Wachstumsfetischismus - Alternativen
Sonntag, 6. Juni 2010 | Autor: peno
Harald Schumann erinnert in seinem Essay “Die Grenzüberschreitung”1 an sozioökonomische Alternativen, die bereits vor 40/50 Jahren erarbeitet und diskutiert worden sind. Schumann resümiert:
“… Wer immer über Alternativen nachdenkt (…), kommt daher zum gleichen Schluss: Die Verkürzung der Arbeitszeiten wäre zwingend notwendig, um eine tiefe Spaltung der Gesellschft zu verhindern. Damit direkt verbunden (…) wäre eine massive Umverteilung der Einkommen …”
Den heute wie damals (u.a. vom “Club of Rome“, Die Grenzen des Wachstums) veröffentlichen Warnungen vor dem Wirtschaft und Gesellschaft zerstörenden “Wachstumsfetischismus” wagt allerdings noch heute z.B. Angela Merkel gebetsmühlenartig entgegenzusetzen:
“Ohne Wachstum keine Investitionen, ohne Wachstum keine Arbeitsplätze, ohne Wachstum keine Gelder für die Bildung, ohne Wachstum keine Hilfe für die Schwachen.”2
Das erinnert stark an die AKW-Strategen aus den 70er Jahren: Ohne Atomkraftwerke keinen Strom, nur noch Dunkelheit und Kerzen!
Unglaublich, der Wachstumsfetischismus ist - trotz aller zerstörerischen Kräfte - nicht klein zu kriegen.
- Harald Schumann, “Die Grenzüberschreitung”, in Der Tagesspiegel vom 5.6.10 [↩]
- a.a.O. [↩]
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