Das Elfte Gebot des glücklichen Dalai Lama

Mittwoch, 7. Juli 2010 | Autor: peno

An seinem 75. Geburtstag beglückt der stets lieblich dreinschauende Dalai Lama die Welt  mit der Frohbotschaft seines Elften Gebots:xdalai-lama2

“… Sex macht den Menschen gemein mit allen anderen Tieren …

Ich bin ein Mensch, der für gewisse moralische Prinzipien steht.

Der Zölibat ist etwas, was mich vom gewöhnlichen Tier unterscheidet …”

Ob das die katholischen Bischöfe auch so sehen? Insbesondere der Ex-Bischof Walter Mixa??

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Saat und Kirche

Mittwoch, 5. Mai 2010 | Autor: peno

  • Ein Bürger beklagt zur Zeit vor dem Bundesverfassungsgericht, dass ihn die katholische Kirche verpflichtet, für seine Kirchenmitgliedschaft Steuern (Kirchensteuern) durch den Staat einziehen zu lassen. Nach Ansicht des Klägers liegt hier ein Verstoß gegen die staatsrechtlich gebotene Trennung von Staat und Kirche vor.
  • Die neue Landesministerin Aygül Özkan (Niedersachsen) monierte die noch immer an den Wänden (süd-) deutscher Klassenzimmer als Zeichen christlichen Glaubens angenagelten Kreuze. Özkan machte gegenüber dem deutschen Volksempfinden und dessen politischen Exponenten zwar rasch den geforderten Kotau und widerrief (nicht so gemeint, sie habe sich geirrt). Das angesprochene Problem der religiösen Neutralität eines streng laizistisch konzipierten, bürgerlichen Staats bleibt aber bestehen.

  • In dem EU-Staat Frankreich wird versucht, das „Kopftuch-Verbot“ durchzusetzen. Das Kopftuch wird dort als religiöses Symbol verstanden und das öffentliche Tragen (z.B. in Universitäten oder Schulen) als Verstoß gegen eine demokratisch-laizistische Gesellschaft gewertet.
  • In dem EU-Staat Belgien ist jetzt die religiös begründete „Ganz-Körper-Verschleierung“ orthodox-islamischer Frauen verboten worden.

Wie sieht es im gegebenen, hier verkürzt dargestellten Zusammenhang mit Kleidungsmerkmalen christlicher Würdenträger/Innen (Nonnen, Priester) aus? Jüdischer Glaubensbekenner?

Die o.g. BVG-Klage wird voraussichtlich erfolglos sein. Das Verfassungsgericht hat das Klagebegehren immerhin angenommen und als verhandlungs- und entscheidungswert erachtet. Das Problem ist also da, in welchem Sinne auch immer juristisch entschieden wird.

Vielleicht wird das Bundesverfassungsgericht aber auch in Ergänzung und konsequenter Fortführung seiner Rechtsprechung zum „Kruzifix-Urteil“ von 1995 und in Bestätigung der staatlichen und gesellschaftlichen Entwicklung seit der Bismarck-Zeit dem heutigen Klageführer Recht geben.

Übrigens: Ein Taubenverein oder auch eine politische Partei wären froh, wenn der Staat die Mitgliedsbeiträge zwangsweise, Monat für Monat einziehen dürfte!

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Man glaubt es kaum

Montag, 4. Mai 2009 | Autor: peno

Über viele Jahrhunderte hindurch ist die katholische Kirche mit Abweichlern, Ketzern, Heiden und Ungläubigen ziemlich rau und schroff umgegangen – jedenfalls nicht gerade zimperlich oder gar versöhnlerisch. Dem erpressten Bekenntnis folgte nicht selten der Foltertod. Heute verfährt man in der geläuterten „Benedictus-Kirche“ mit den Nichtgläubigen milder:
Der smarte Regensburger Bischof Gerhard Müller, ein emsiger und verlässlicher Missionssoldat des großen Benedictus, geht in seiner missionarischen Großherzigkeit sehr weit:

109bischof-gl-muller1„Ihr Juden, ihr Muslime und all ihr Anhänger irgendwelcher Götter: Für euch kann es keinen Heilsweg geben, so lange ihr aus eigener Schuld nicht an Jesus Christus glaubt.“
Fünf Milliarden atmen auf. Sie müssen dem Himmelspförtner also lediglich glaubwürdig darlegen, dass sie (z.B. wegen diverser Bischöfe und Päpste) also „ohne eigene Schuld nicht an Jesus geglaubt haben“, dann wird sich die Himmelspforte auch für sie öffnen, sie können gerettet werden und „endgültig zur Gemeinschaft mit Gott gelangen“.1

Vermutlich muss auch Bischof Müller wegen seiner Großherzigkeit alsbald eine Entschuldigungsrunde drehen.

  1. aus: Der Tagesspiegel vom 2.5.09 []

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Pro Reli – Pro Ethik

Freitag, 17. April 2009 | Autor: peno

Den wortgewaltigen Eiferern im Berliner „Pro-Reli / Pro-Ethik-Streit“ ist mit Worten wohl nicht mehr beizukommen, sondern nur noch mit Karikaturen. In einem Streit, der sich selbst karikiert:

108-pro-reli-klartext23

© K. Stuttmann

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In nomine Domini

Mittwoch, 18. März 2009 | Autor: peno

In studentischen Kreisen war damals – unabhängig von der jeweiligen Religionszugehörigkeit - folgender Liedtext sehr beliebt:
Benedikt XVI.
Der Papst lebt herrlich auf der Welt … tra la la
er lebt von unsrem Ablassgeld … tra la la
er trinkt den allerbesten Wein,
d’rum möcht’ ich auch der Papst mal sein.

Doch nein: er ist ein armer Wicht … tra la la
Ein hübsches Mädchen küßt er nicht … tra la la
Er schläft in seinem Bett allein,
d’rum möcht’ ich auch der Papst nicht sein!

Durchaus möglich, dass in diesem scholastisch codierten Text die tiefere Erklärung für die neueste Botschaft unseres lieben Papstes an die vielen Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner zu finden ist. In seiner unendlichen Liebe und unergründlichen Weisheit verkündet Benedikt XVI., dass „Enthaltsamkeit, gepaart mit spirituellem Erwachen und Freundschaft für die Leidenden“ die besten, kirchlich erprobten Rezepte gegen Aids sind – viel besser und vor allem sehr viel gottgefälliger als die teuflischen Machwerke wie etwa Kondome und dergleichen!

Die Afrikanerinnen und Afrikaner werden es dem Heiligen Vater danken.

PS: Bekanntlich wird hinter der Hand immer wieder kolportiert, dass Benedikt zumindest in seinem gütigen Herzen ein heimlicher Pius-Bruder sein soll. Es scheint etwas dran zu sein. Jedenfalls soll Benedikt einen regen und regelmäßigen Gedankenaustausch mit Bischof Williamson pflegen.

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Mein Gott, Richard …!

Samstag, 31. Januar 2009 | Autor: peno

In seiner unendlichen Liebe und unermesslichen Weisheit hat Papst Benedikt XVI. vier im reaktionär-ultrakonservativem Sumpf irrlichternde Bischöfe in den gütigen Schoß seiner Kirche zurückgeholt. Einer dieser Bischöfe, Richard Williamson – nebenberuflich Theologieprofessor, zeigte sich aber recht undankbar und bereitete seinem Papst Verdruss:

„Der Holocaust ist eine Lüge, Lüge, Lüge“,

so ereiferte sich der begnadete Bischof. Wahrscheinlich gab es gar keine Gaskammern, in denen Juden ermordet worden sind … Es seien vielleicht 200 000 oder 300 000 Juden in Konzentrationslagern umgekommen, aber kein Jude sei vergast worden.1
Bei passender Gelegenheit äußert sich Williamson auch zu Modefragen:

Hosen seien „eine Attacke auf das weibliche Geschlecht“.2

vatikan-wappen.jpgNach inzwischen altbewährter Manier entschuldigt sich der Bischof flugs, allerdings nur dafür, dass er dem Hl. Vater Leid und Probleme bereitet habe. Das ist schließlich leicht gemacht, ein Sinneswandel wäre da schon schwieriger. Und für Entschuldigungen hat Benedikt XVI. viel Verständnis. Vor nicht langer Zeit beleidigte der Papst die Muslime mit merkwürdigen Geschichtszitaten – und entschuldigte sich alsbald. Alles wieder in Ordnung. Dann beleidigte er die Juden durch obskure Gebetspassagen – und entschuldigte sich anschließend. Alles wieder in Ordnung. In der katholischen Kirche denken ja nicht wenige so wie Benedikt und Richard.
Den wegen seines billigenden Schweigens zum Holocaust vielfach gescholtenen Papst Pius XII. lässt Benedikt XVI. jetzt durch eine große Wanderausstellung reinwaschen, um ihn vermutlich schon bald in die erlauchte Schar der Heiligen aufzunehmen.
Entschuldigungsrituale beherrschen offensichtlich auch die Bischöfe der katholischen Kirche hervorragend.

Rechtsradikale Kreise haben die Botschaft des britischen Bischofs bereits begeistert aufgenommen. Horst Mahler z.B. fragt sich, warum er gerichtlich verfolgt wird, ein Richard Williamson aber unbescholten und frei herumlaufen darf.

  1. Zeit online und Spiegel online oder Wikipedia []
  2. Der Tagesspiegel vom 28.1.09 []

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