Abstürze

Donnerstag, 10. September 2009

emblema_civ2Es war einmal ein junger Mann.Er hieß Ikarus, war hübsch, brav und strebsam. Vor vielen, vielen Jahren wollte dieser Ikarus entgegen den Mahnungen seines Vaters Daedalus zur Sonne, zur Freiheit fliegen. Ikarus stürzte jäh ab.

Ein anderer Mythos erzählt von Bellerophon, der auf seinem geflügelten Pegasus ebenfalls den Himmel erstürmen wollte. Die Götter106px-pegasus_walter_crane1 sahen dies als frevelhaft an. Bellerophon stürzte ab – ins dunkle Reich der irdischen Dornen.

Vor wenigen Jahren prognostizierte Jürgen Möllemann für seine damalige FDP 18%. Welch ein Frevel! Unerhört! Jürgen Möllemann weinte bitterlich und stürzte ab.

Die Geschichte kennt so manchen Himmelsstürmer, der abstürzte und im Nichts versank.

Frank-Walter Steinmeier proklamiert für die nächsten 5 Jahre eine Halbierung und für die nächsten 10 Jahre sogar eine Senkung der Arbeitslosenquote bis zu 0%, also bis zur Vollbeschäftigung! Vier Millionen neue Arbeitsplätze verspricht er! Von der SPD geschaffen! Gegen vielfache Widerstände! Gegen jedwede moderne Wirtschaftstheorie, nach der der Kapitalismus eine stabile „industrielle Reservearmee“ zum Überleben dringend braucht! Welch ein Husarenritt!

Warum nur, warum hat die SPD nicht längst begonnen, sich diesem hehren Ziel zu nähern? Zum Beispiel unter rot-grün mit wenigstens einer Million dauerhafte, vollwertige Arbeitsplätze. Frank-Walter Steinmeier war doch auch damals schon in Amt und Würden. Auch mit Angela Merkel haben Steinmeier und seine SPD schon etliche Jahre Zeit gehabt, die reale Arbeitslosenquote deutlich und erkennbar zu senken. Warum soll das erst nach der Wahl geschehen? Dienen die Wahlen einer „Erpressungskampagne“: Wenn ihr mich und meine SPD wählt, bekommt ihr viele schöne Arbeitsplätze. Wenn nicht, dann bekommt ihr gar nichts. Warum sollte der SPD nach einer Wahl gelingen, was ihr vor der Wahl misslang? Aber vermutlich vertrauen Steinmeier und SPD auf den neuen Verfassungsgrundsatz:

Es ist Wahlkampf und keiner hört hin …“

Das erspart den Wahlkämpfern dann nach der Wahl viel Ärger.

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Entschuldigungen

Montag, 7. September 2009

kari_20090906_faul1© K. Stuttmann

2000: Jürgen Rüttgers (CDU, Ministerpräsident in NRW) eröffnet die „Kinder-statt-Inder-Kampagne“. Kurz darauf muss sich Rüttgers entschuldigen.

2005: Rüttgers tritt als strammer Katholik auf und behauptet, die katholische Kirche sei allen anderen Religionen moralisch weit überlegen. Rüttgers muss sich entschuldigen.

2009: Rüttgers bleibt seiner Linie treu. Er verunglimpft ausländische Arbeitnehmer. Rüttgers muss … s. Stuttmann-Karikatur:

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“Wahlkampf”

Montag, 7. September 2009

Es ist Wahlkampf und keiner hört hin – unter diesem Motto scheint die SPD-Wahlkampagne zu stehen.“1

  1. Klaus Hartung, in Der Tagesspiegel vom 29.8.09 []

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Lebensregel

Montag, 7. September 2009

Lebe so, dass du morgen sterben könntest – stolz auf das, was du gemacht hast“. Yoel Gamzou, (Musiker)1

  1. zit. in Der Tagesspiegel vom 6.9.09 []

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Moloch “Staat”

Sonntag, 10. Mai 2009

“(…) Die große Koalition ebnet heimlicher Zensur und staatlicher Bevormundung des Privatlebens den Weg, und sie missbraucht dazu die Abscheu gegenüber schockierenden Verbrechen (…)

113-grundgesetz-450

© K. Stuttmann

(…) Unter dieser Regierung wird der Staat zur Moralinstanz – er maßt sich an, darüber zu richten, was gut ist und schlecht. Damit aber löst der Staat kein Problem. Er wird selber zu einem.”1

  1. Lorenz Marold []

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Man glaubt es kaum

Montag, 4. Mai 2009

Über viele Jahrhunderte hindurch ist die katholische Kirche mit Abweichlern, Ketzern, Heiden und Ungläubigen ziemlich rau und schroff umgegangen – jedenfalls nicht gerade zimperlich oder gar versöhnlerisch. Dem erpressten Bekenntnis folgte nicht selten der Foltertod. Heute verfährt man in der geläuterten „Benedictus-Kirche“ mit den Nichtgläubigen milder:
Der smarte Regensburger Bischof Gerhard Müller, ein emsiger und verlässlicher Missionssoldat des großen Benedictus, geht in seiner missionarischen Großherzigkeit sehr weit:

109bischof-gl-muller1„Ihr Juden, ihr Muslime und all ihr Anhänger irgendwelcher Götter: Für euch kann es keinen Heilsweg geben, so lange ihr aus eigener Schuld nicht an Jesus Christus glaubt.“
Fünf Milliarden atmen auf. Sie müssen dem Himmelspförtner also lediglich glaubwürdig darlegen, dass sie (z.B. wegen diverser Bischöfe und Päpste) also „ohne eigene Schuld nicht an Jesus geglaubt haben“, dann wird sich die Himmelspforte auch für sie öffnen, sie können gerettet werden und „endgültig zur Gemeinschaft mit Gott gelangen“.1

Vermutlich muss auch Bischof Müller wegen seiner Großherzigkeit alsbald eine Entschuldigungsrunde drehen.

  1. aus: Der Tagesspiegel vom 2.5.09 []

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