Das Elfte Gebot des glücklichen Dalai Lama

Mittwoch, 7. Juli 2010

An seinem 75. Geburtstag beglückt der stets lieblich dreinschauende Dalai Lama die Welt  mit der Frohbotschaft seines Elften Gebots:xdalai-lama2

“… Sex macht den Menschen gemein mit allen anderen Tieren …

Ich bin ein Mensch, der für gewisse moralische Prinzipien steht.

Der Zölibat ist etwas, was mich vom gewöhnlichen Tier unterscheidet …”

Ob das die katholischen Bischöfe auch so sehen? Insbesondere der Ex-Bischof Walter Mixa??

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Thilo Sarrazin

Mittwoch, 23. Juni 2010

Der schnauzbärtige Kauz Thilo Sarrazin (noch immer SPD-Mitglied!) hat sich für die mediale Öffentlichkeit mal wieder in Szene gesetzt. Thilo Sarrazin ist um die intellektuelle Zukunft der Deutschen besorgt:

Die Deutschen “werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer”, und zwar wegen der Zuwanderung “aus der Türkei, dem Nahen und Mittleren Osten und Afrika”. Denn diese Migranten bekämen mehr Kinder als Deutsche. “Eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz” werde das deutsche Bildungsniveau verschlechtern.

Diese neuen Äußerungen passen genau in die lange Liste von diskriminierenden, politisch beleidigenden Äußerungen, die sich Sarrazin als Berliner Wirtschaftssenator geleistet hat. Aber Sarrazin wusste ja, dass es noch immer einige gibt, die gleicher als gleich sind - und dass er zu diesen Privilegierten zählt.

Für einen Berliner Wirtschaftssenator oder Bundesbanker werden Verbalinjurien allenfalls als Peanuts gewertet. Sie können offensichtlich sogar für den Aufstieg zum Bundesbankvorstand förderlich sein.

Ein “normal” Beschäftigter wird für Unflätigkeiten á la Sarrazin abgemahnt und/oder rausgeworfen. Er wird arbeitslos, in der Regel Hartz IV’ler. Schließlich gehört er ja nicht zu den Privilegierten.

PS: Erfüllt Sarrazin mit seinen Äußerungen den Straftatbestand “Volksverhetzung” gemäß § 130 STGB? Nein, die Äußerungen Sarrazins sind ja nicht antisemitisch. Sondern nur asozial, fremdenfeindlich, je nach Verständnis auch rassistisch.

Jedenfalls tut das Sarrazin-Palaver seinen Positions-, Gehalts- und  Pensionsanspüchen keinerlei Abbruch. Für etliche Sprachrohre der politischen und kulturellen Eliten gilt Sarrazin sogar als mutiger, strammer, für den gesellschaftlichen Diskurs notwendiger “Denker”. Für die nächsten acht Jahre!

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Deutsche Rüstung

Dienstag, 22. Juni 2010

Deutsche Waffen, deutsche Panzer
sollen in der Welt behalten
ihren alten deutschen Klang.

Dafür sorgt die deutsche Rüstungsindustrie:

  • Nach wie vor zählt Deutschland zu den weltweit führenden Rüstungsproduzenten und Waffenexporteuren. Deutsche Rüstung “made in Germany” hat wieder ihren besonderen Klang!
  • Der damalige Außenminister Joschka Fischer (Die Grünen) gab dem ersten deutschen Kriegseinsatz nach 1945 (im ehemaligen Jugoslawien, 1999) mit seinem persönlich verstandenen, unhistorischen “Nie wieder Auschwitz!” einen moralischen, alle Kritik erschlagenden Anstrich. Er öffnete und intensivierte dem deutschen Rüstungsmarkt neue Absatzgebiete, dem deutschen Militär bisher verbotene Einsatzmöglichkeiten. Ein Bann war gebrochen.
    Deutsche Rüstungspolitiker fanden sodann - politisch gewollt oder ungewollt - für deutsche Soldaten und deutsche Waffen neue Betätigungs- und Einsatzfelder:
  • Der ausgediente Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) erklärt im März 2004 zum Erstaunen der deutschen Zivilbevölkerung:

“Deuschlands Freiheit/Sicherheit wird am Hindukusch verteidigt.”

  • Die Kanzlerin Angela Merkel wiederholt - pflichtgemäß und in emphatischer Pose - diese Parole, u.a. am 15.4.10.
  • Am 6.4.10 fordert der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus (FDP) in einem Zeitungsinterview den Einsatz von Leopard-2-Kammpfpanzern, Mörsergranaten und Kampfhubschraubern in Afghanistan. Sein Vorgänger Kujat hatte zuvor für den Einsatz von Offensivwaffen, z.B. Tornados mit Bordbewaffnung und Panzerhaubitzen plädiert. Hellmut Königshaus unterstützt auch diese Forderungen vehement. Aber - so beklagt er - die Politik wolle nicht eingestehen, dass sich die Bundeswehr in Afghanistan im Krieg befinde.
  • Im Juni 2010 mahnt der in Afghanistan agierende Bundeswehr-Kommandeur General Frank Leidenberger den massiven Einsatz deutscher Kampfjets an.
  • Der heutige Verteidigungsminister v. Guttenberg bricht ein bislang wortreich umschriebenes Tabu: Er nennt die Gewalt “Gewalt”, den Tod “Tod” und den Krieg  ”Krieg”, und zwar auch in Afghanistan.
  • Die die deutsche Kriegsbeteiligung verteidigenden Verlautbarungen werden immer häufiger, immer hohler und immer unglaubwürdiger.
  • Schließlich bekennt der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler kurz vor seinem Rücktritt (31.5.10), dass deutsche Kriegsführung/Kriegsbeteiligung auch wirtschaftlichen Interessen dienlich sein können. Dieses vom bisherigen Wortlaut des Grundgesetzes (wird demnächst in diesem Punkt sicherlich geändert und damit der Realität angepasst!) verbotene Kriegsziel deckt sich mit Veröffentlichungen aus dem aktuellen Weißbuch der Bundeswehr. Dort findet sich nämlich schon lange der Hinweis, dass auch ökonomische Interessen einen Einsatz der Bundeswehr begründen können!
  • Vorsorglich hat die Bundesregierung 2009 schon mal ein pompös gestaltetes “Ehrenmal der Bundeswehr” bauen lassen.

Vorstehende  Einzelheiten sind zunächst nur ausgewählte Einzelheiten. Zusammenhänge? Wirkung? Vermutlich soll die deutsche Bevölkerung Schritt für Schritt an ein Deutschland gewöhnt werden, das wieder Krieg führen kann. Ein Schritt in eine neue “Normalisierung”, auch wenn dieser Schritt nicht zu 1914/1945 führen wird.

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Wachstumsfetischismus - Alternativen

Sonntag, 6. Juni 2010

Harald Schumann erinnert in seinem Essay “Die Grenzüberschreitung”1 an sozioökonomische Alternativen, die bereits vor 40/50 Jahren erarbeitet und diskutiert worden sind. Schumann resümiert:

“… Wer immer über Alternativen nachdenkt (…), kommt daher zum gleichen Schluss: Die Verkürzung der Arbeitszeiten wäre zwingend notwendig, um eine tiefe Spaltung der Gesellschft zu verhindern. Damit direkt verbunden (…) wäre eine massive Umverteilung der Einkommen …”

Den heute wie damals (u.a. vom “Club of Rome“, Die Grenzen des Wachstums) veröffentlichen Warnungen vor dem Wirtschaft und Gesellschaft zerstörenden “Wachstumsfetischismus” wagt allerdings noch heute z.B. Angela Merkel gebetsmühlenartig entgegenzusetzen:

“Ohne Wachstum keine Investitionen, ohne Wachstum keine Arbeitsplätze, ohne Wachstum keine Gelder für die Bildung, ohne Wachstum keine Hilfe für die Schwachen.”2

Das erinnert stark an die AKW-Strategen aus den 70er Jahren: Ohne Atomkraftwerke keinen Strom, nur noch Dunkelheit und Kerzen!

Unglaublich, der Wachstumsfetischismus ist - trotz aller zerstörerischen Kräfte - nicht klein zu kriegen.

  1. Harald Schumann, “Die Grenzüberschreitung”, in Der Tagesspiegel vom 5.6.10 []
  2. a.a.O. []

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German President Contest

Mittwoch, 2. Juni 2010

Hat er? oder hat er nicht?

Selbstverständlich hatte Horst Köhler Recht, wenn er endlich deutlich und offen erklärte, dass (als “politisch, menschenrechtlich etc” deklarierte) Kriege auch von deutscher Seite als Kriege zur Absicherung/Durchsetzung ökonomischer Interessen geführt werden können.

Köhler hat sich lediglich im Tempus vergriffen: Solche Kriege sind nicht nur zukünftig möglich, sie waren in der Kriegsvergangenheit seit eh und jeh gegeben. Eine Aufzählung solcher Kriege bis in die jüngste Vergangenheit und Gegenwart erübrigt sich wohl. Die Einsicht Köhlers ist also gar nicht so neu. Er ist auch wirklich nicht der Erste und Einzige, der diese bittere Kriegswahrheit verkündet hat.

Unverständlich, realitätsfern, phrasenhaft und bigott die Reaktionen insbesondere der SPD, der Grünen und auch der Linkspartei.

Schloss Bellevue

© K. Stuttmann

Aktuell:Köhler ist zurückgetreten. Er kann sich jetzt wohl kaum als wegen trivialer Weisheiten verfolgter Märtyrer handeln lassen, zumal er kurz nach dem Interview seine durchaus richtigen Bemerkungen zu “Missverständnissen” degradiert hat - just wie es die politische Raison in solchen Fällen befiehlt, das übliche Spiel.

Was ist denn nun mit unserem Verteidigungsminister, Herrn Karl-Theodor von und zu Guttenberg? War er es nicht, der vor wenigen Monaten - ähnlich wei heute Köhler - eine unglaubliche Wahrheit verkündet hat: In Afghanistan wird Krieg geführt!! Warum hat sich Guttenberg wegen dieser offenkundigen “Unwahrheit” nicht zum Rücktritt verpflichtet gesehen? Und noch schlimmer: Guttenberg verweist heute auf das “Weißbuch der Bundeswehr”. Dort stehe, dass Militär im Notfall auch vitale Wirtschaftsinteressen sichern müsse1.

Deutschland ohne Superpräsident? Ok. Lena macht’s besser.

Der Respekt vor dem Amt gebietet: Lena for President!

Deutschland ohne Verteidigungsminister? Ok. Raab macht’s besser.

Oder vielleicht doch lieber ein dumm-dreister Clown wie Dieter Bohlen?

Deutschland sollte unverzüglich den “German President Contest” ausrufen.

  1. u.a. Der Tagesspiegel vom 31.5.10 []

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Beobachtungen: Estiatorion Jevsiss

Sonntag, 30. Mai 2010

Wanderer, kommst du nach Sparta, verkündige dorten, du habest uns im Jevssis sitzen gesehen, wie der Geschmack es befahl.

Ja, das Estiatorion Jevssis in Steglitz ist schon eine Einkehr wert: Chefin Soula (recht kokett) und Joana (angenehm kess) wuseln und fuseln temperamentvoll von der Theke zum Gast, vom Gast zur Küche, begeistern nicht nur optisch: Sie strahlen griechisches Flair aus. Aufmerksam, freundlich, präzise. Typisch das fröhlich lachende Händeklatschen der engagierten Chefin: Schön anzusehen/anzuhören. Es ist also nie langweilig im Jevssis.

Der Küchen- und Restaurantchef bleibt zumeist (bescheiden?) im Hintergrund, ist aber mit seiner sonoren, raumfüllenden Stimme auch im Gastraum gut präsent, lässt sich nach getaner Küchenarbeit auch gern mal bei den Gästen sehen. Das muss er, um Dank, Lob und Anerkennung für die Präsentation seiner griechischen Kochkunst einzuheimsen.

Griechische Küche gleich „Knoblauchküche“? Nein, das muss nicht so sein! Im Estiatorion Jevssis geht man gern auch auf „Anti-Knoblauch-Freaks“ ein. Sehr gut das regelmäßige Fischangebot. Desserts sind Spitze! Schon deswegen lohnen sich die Hauptgerichte (und natürlich wegen des Ouzo!) …

Schön auch die neu und einladend gestaltete, große Terrasse. Auch sie sollte so manchen Wanderer zur Einkehr einladen und sodann in Sparta erzählen lassen, wie gemütlich, gut beköstigt, in neugriechischer Atmosphäre er in Steglitz gespeiset hat.

Dank an das Estiatorion-Jevssis-Team.

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