Oskar, dein Kind will dich
Donnerstag, 6. Dezember 2007 | Autor: peno
Die rechtskonservative Paneuropa-Union hat gerufen und gut gezahlt. Der bayerische Bischof Walter Mixa und Christa Müller, saarländische Familiensprecherin der Linkspartei und Gattin Oskar Lafontaines, sind gekommen.
Bischof Mixa braucht Geld und Aufmerksamkeit, um die gähnende Leere seiner Gotteshäuser zu füllen. Christa Müller braucht Aufmerksamkeit, um ihr Verkündigungsbuch „Dein Kind will dich“1 auf die Bestsellerliste der Christgläubigen zu bringen.
Christa Müller braucht auch Geld:
- Es kommen Kosten für eine angemessen-löbliche Internatserziehung ihres Sohnes Carl-Maurice. Andererseits: Bei der Einrichtung eines löblichen Jugendzimmers lässt sich viel einsparen.
- Kai Diekmann zahlt für Oskars BILD-Kolumnen nichts mehr.
- Die Edelrestaurants wollen immer mehr Geld.
- Oskar kann nicht mehr alles als Arbeitsaufwand für Partei und Staat geltend machen.
- Das Leben in der Toskana wird immer teurer.
- Im Sommer musste Oskar sogar seinen Kubatrip aus unserer Haushaltskasse bezahlen, was er selbstverständlich aus Solidarität für seine sozialistischen Freunde gerne tat.
Bischof Mixa und Christa Müller haben also eine große gemeinsame Schnittmenge. Die Paneuropa-Union bot nun das den Beiden geeignet erscheinende Forum.
Da gibt es noch eine weitere Schnittmenge: Christa Müller, Walter Mixa und Oskar Lafontaine sind schrankenlos. Mixa überwindet die durch seinen bayerisch-katholischen Sendungsauftrag gesetzten Schranken. Müller und Lafontaine durchbrechen mutig den in vielen Voten geäußerten Willen ihrer Partei. Links hin, rechts her: Vor Gott sind alle gleich.
Erinnerung: Anfang der 90er Jahre wurden Lafontaines „Kontakte zum Rotlicht-Milieu“ öffentlich thematisiert. Es wurden widerrechtlich erhaltene Pensionsbezüge bekannt. Lafontaine hat als saarländischer Ministerpräsident daraufhin mit einem neuen Pressegesetz die Veröffentlichungsfreiheit einschränken lassen.
Christa Müller und Oskar Lafontaine können tun und lassen, was sie wollen – solange es rechtens ist. Eine Linkspartei muss sich aber immer wieder fragen lassen, welchen Nutzen sie aus den politischen Auftritten der Beiden ziehen kann. Die Verteidigungsbemühungen einiger Parteifunktionäre klingen gequält. Vermutlich wissen sie, dass die auch mit populistischen Mitteln errungenen Wahlerfolge Lafontaines im kleinen Saarländle (ca. 1 Millionen Einwohner) nicht allzu schwer wiegen.
DIE LINKE sollte sich schnell von dem Gespann Müller/Lafontaine trennen, und zwar bevor Lafontaine sein bereits vorbereitetes Abtauchen verwirklicht. Ansonsten kann sich wohl nur die NPD ärgern: Müller/Lafontaine ziehen der NPD etliche Wählerinnen und Wähler ab!
Müller/Lafontaine könnten den Schaden für die Linkspartei begrenzen und sich selbst und ihrer Partei viel Spott ersparen, wenn sie erneut und rechtzeitig dem Ruf ihres Kindes folgen.
- Soeben erschienen im Sankt-Ulrich-Verlag des Bistums Augsburg [↩]


Beobachtungen zu Politik und Gesellschaft - kommentiert, glossiert und zur Diskussion gestellt.




Donnerstag, 6. Dezember 2007
Warum das Bild von Marx? Was hat L. oder die Linke schon noch mit Marx gemein. Anders noch: War da je etwas, außer geplänkel? Doch es ist nichtmal ein Bezug angegeben. Warum das Bild? Es kann sich ja nur um einen Platzhalter handeln. Hätte wahrscheinlich genauso Napoleon, Cesar oder Kohl sein können.