DDR - Mauer - Gretchens Fragen
Freitag, 17. August 2007 | Autor: peno
Es gibt viele Gründe, die Neugründung der Linkspartei als Alternative zu den anderen Parteien zu befürworten. Diese Neugründung unterscheidet sich aber in wichtigen Punkten von der Gründungsgeschichte der Grünen:
- DIE LINKE ist „von oben nach unten“ gegründet worden.
- DIE LINKE ist bis jetzt noch von wenigen Spitzenfunktionären dominiert.
- DIE LINKE ist sehr viel weniger als die damaligen Grünen von einer sachlich und emotional geprägten Stimmung gegen das „Alte und Morsche“ bestimmt.
- In der Linkspartei gibt es noch immer keine breit und glaubwürdig vermittelte Abrechnung mit dem DDR-System. „Betonköpfe“ auf der Funktionärs- und Basisebene scheinen das zu verhindern.

Es gibt aber Hoffnungen: Petra Pau erklärte zum 13. August1, es gebe für den Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 weder eine politische noch eine moralische Rechtfertigung. Und: Die Mauer stehe für das Scheitern des DDR-Staatssozialismus.
„Da tun sich Abgründe auf. Für einen zivilisierten Staat – im Namen welcher Ideologie auch immer – darf es keinerlei Rechtfertigung geben, Menschen zum Mord an anderen Menschen aufzufordern … Dieses Stück der Geschichte ist jetzt die Geschichte der gesamten Partei. Wir müssen das weiter aufarbeiten.“
Das sind Lichtstreifen in den ansonsten noch dunklen Parteiwolken.
- Warum halten sich ständig und überall herausgestellte Spitzenfunktionäre wie Lafontaine, Gysi, Bisky hierbei so bedeckt? Warum haben sie sich bislang auf wenige Sprechblasen beschränkt?
- Warum werden alte DDR-Kader wie Modrow, Krenz und Genossen mit ihrem ideologischen Anhang noch immer gehegt und gepflegt?
- Erich Honnecker ist tot. Solange man die böse Vermutung haben muss, dass ein noch lebender Honnecker nach einem von Altkadern gesteuerten „Basisbeschluss“ zum Ehrenvorsitzenden ernannt werden könnte, muss man gegenüber der Zukunft der Linkspartei skeptisch sein.
Reaktionen vieler Parteifunktionäre auf außerparteiliche Kritiken lassen auch in „Sympi-Kreisen“ wenig Hoffnung aufkommen. Immerhin: Die innerparteiliche Kritik scheint aber doch ihren Lauf zu nehmen, z.B. auch an Christa Müller.
Gretchen fragt: Wie hältst du es mit deiner Parteivergangenheit? Wie stellst du dir die Zukunft vor? Wie stehst du zum 13. August? … Faustische Antworten dürften für eine stabile Zukunft der Linkspartei nicht ausreichen.


Beobachtungen zu Politik und Gesellschaft - kommentiert, glossiert und zur Diskussion gestellt.



