Kurt Becks Sommerbrief

Freitag, 13. Juli 2007 |  Autor: peno

Es gibt nicht nur das Sommerloch. Es gibt auch den Sommerbrief.

Der SPD-Vorstand lässt Kurt Beck in diesem Jahr sommer-heiße Wahrheiten für seine Parteimitglieder aussprechen, am ehesten vergleichbar mit der Botschaft Benedikts für lateinische Rituale. Die Zukunft wird zeigen, ob Becks Sommerbotschaft im Kreis seiner Gläubigen nachhaltigere Resonanz findet als die Latein-Botschaft Benedikts.

Leider konnten noch nicht alle Einzelheiten bestätigt werden.

Kurt Beck schreibt:

„In Berlin und West Ostdeutschland wird die SPD ehemalige PDS von Pragmatikern geprägt – weit entfernt von dem, was sonst aus der Partei zu hören ist.“

Er warnte erneut vor der Partei des ehemaligen SPD-Vorsitzenden Lafontaine:

„Diese ,Linkspartei‘ ist nicht links. Sie spaltet und spielt damit unseren Gegnern in die Hände.“ Ihre Vorschläge seien unrealistisch und „ihre Sprache demagogisch“.

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© K. Stuttmann

Er soll – etwas leiser - hinzu gefügt haben, für den Bund und den Westen bleibe er auf Kurs mit der CDU, der Partei des Ehrenwort-Gebers Helmut Kohl. Diese Partei sei christlich. Sie spalte nicht. Sie spiele auch unseren Gegnern nicht in die Hände, wenn auch ihre Vorschläge bisweilen etwas unchristlich, unsozial oder wenig sozialdemokratisch ausfielen und ihre Sprache seit eh und jeh mit demagogischen Floskeln durchsetzt sei.

Im übrigen, so verlautet aus Kurt Becks Umkreis, garantiere die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der CDU - dank Innenminister Schäuble - eine größtmögliche und umfassende Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger, und zwar bei Tag und auch bei Nacht. Eine solche Einschränkung althergebrachter Freiheitsrechte Sicherheit lasse sich mit einem so unsicheren Kantonisten wie der Linkspartei nicht erreichen. Unschön sei lediglich, dass Schäuble seine Maßnahmen heute als eigenes Konzept ausgebe – ohne Nennung seines Vorarbeiters, des SPD-Genossen Otto Schily. Das grenze schon an ein politisches Plagiat. Daher sei auch aus Kreisen der SPD hier und da energischer Widerspruch nötig.

Andrea Nahles, aufgestiegene SPD-Linke, soll herb-kritisch bedauert haben, die SPD könne vorerst leider nur in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern „relativ erwachsen“ regieren; aber man/frau habe ja noch etwas Zeit …

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Thema: Aus der Parteienlandschaft

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