Interview mit Harald Wolf
Sonntag, 22. Juli 2007 | Autor: peno
Harald Wolf (DIE LINKE.) gab ein Interview1:
politinfos: Würden Sie es begrüßen, wenn der Dalai Lama einen Antrag auf Parteimitgliedschaft stellen würde?
Harald Wolf: In der LINKEN? Wohl kaum. Etwas zu lieb. Sie meinen wohl eher bei den Grünen. Ist das dort nicht schon geschehen?
politinfos: Ja, ersatzweise. Die Grünen haben Freude signalisiert: Mit Dalai Lamas Liebreiz könne das Parteiprofil gestärkt werden. Ein Dalai Lama könne bei zukünftigen Koalitionsverhandlungen durchaus nützlich sein.
Harald Wolf: Also sollten die Grünen dem Mitgliedsgesuch zustimmen.
politinfos: Und Alice Schwarzer?
Harald Wolf: Nein, DIE LINKE wird sich nicht Alices Meinung bilden. Schon gar nicht über BILD.
politinfos: Lafontaine sieht das aber anders: Mit Alice Schwarzer könne sich DIE LINKE noch wirkungsvoller in BILD verankern; es könnten über BILD viele neue Mitgliederinnen gewonnen werden. Gregor Gysi soll auf seine positiven Erfahrungen mit Superillu verwiesen haben.
Harald Wolf: Frau Schwarzer sollte besser zu den Grünen gehen … Obwohl … Das Wählerpotenzial der Grünen lässt sich wohl auch mit Alice Schwarzer kaum noch ausweiten …
politinfos: Wer ist der bessere Sozialist Linke: Sie, Klaus Wowereit oder Oskar Lafontaine?
Harald Wolf: Klaus Wowereit ist ein anständiger Sozialdemokrat. Ich bin ein Linker. Wer die Begriffe kennt, kennt auch die Unterschiede. Oskar Lafontaine war nie ein anständiger Sozialdemokrat. Oskar Lafontaine war nie ein anständiger Linker.
politinfos: Das sollten Sie recht bald in Ihrer Partei diskutieren. Was macht den Unterschied zwischen Ihnen und Klaus Wowereit aus?
Harald Wolf: Das können Sie in meinem kürzlich an anderer Stelle gegebenen Interview nachlesen. Ich möchte mich jetzt nicht wiederholen.
politinfos: Und der Unterschied zwischen Ihnen und Herrn Lafontaine?
Harald Wolf: Oskar Lafontaine braucht auf seiner neu designten Visitenkarte das „Sozialismus-Logo“. Ich nicht.
politinfos: Auch die Sozialdemokraten bemühen - vermutlich aus traditionellen Gründen - noch immer den „Demokratischen Sozialismus“. Wie sieht es damit in der neuen Linkspartei aus?
Harald Wolf: Das ist bei uns ein heißes Eisen. Ich möchte mir da nicht die Finger verbrennen. Aber wenn Sie meine letzten Erklärungen nachlesen, dann werden Sie sehen, dass ich das Programm unserer Partei inhaltlich füllen kann – ohne mit dem oftmals leider nur noch als Etikett missbrauchten Sozialismus hausieren gehen zu müssen.
politinfos: Haben das schon Alle in Ihrer Partei begriffen?
Harald Wolf: Nein! Man sagt aber durchaus zu Recht, in den C-Parteien seien auch nicht alle christlich. Über die Grünen will ich mich jetzt nicht weiter auslassen.
politinfos: Muss DIE LINKE diesen Etikettenschwindel nachmachen?
Harald Wolf: Nein!
politinfos: Sehen Sie in Ihrer Partei programmatisch, eventuell auch personell bestimmte Flügelkämpfe voraus?
Harald Wolf: Ja. Das wird schwierig werden. Ist aber nicht schlimm. Sollte möglich sein.
politinfos: Ist es Ihnen egal, ob Sie sich und Ihre Partei in bürgerlich-seriösen Medien oder auch z.B. in BILD und/oder in Superillu vorstellen? Ihre Parteispitzen wie Lafontaine oder Gysi machen da ja keine Unterschiede. Von Alice Schwarzer ganz zu schweigen.
Harald Wolf: Bitte entschuldigen Sie mich. Mir wird übel …
politinfos entschuldigt, versteht und empfiehlt:
- Lasst die PR-Agenturen für den medialen Aufbau Eurer Spitzenfunktionäre wie Lafontaine und Gysi aus deren Nebeneinkünften bezahlen.
- Lasst auch Leute wie Harald Wolf stärker aufbauen!
- s. auch: Der Tagesspiegel vom 21.7.07 [↩]


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