Forsa-Umfrage: Keine Überraschung
Samstag, 20. Oktober 2007 | Autor: peno
Nach der neuen Forsa-Umfrage sieht jeder vierte Deutsche Gutes in der NS-Zeit. Das schafft bei vielen Aufregung. Warum eigentlich?
- Die Untersuchungsergebnisse von Heitmeyer1 oder der Friedrich-Ebert-Stiftung 2 müssen doch noch bekannt sein.
- Regelmäßig veröffentlichte Statistiken zur kontinuierlich zunehmenden, nicht selten gebilligten und verharmlosten, neonazistisch motivierten Gewalt sind doch für alle zugänglich. Diese Gewalttaten können nicht selten auf eine stillschweigende Akzeptanz im bürgerlichen Denken rekurrieren.
- Äußerungen etlicher Vertreter der politischen und kulturellen Eliten zur „Neuen Leitkultur“ sind doch mehr oder weniger direkt Ausdruck eines Denkens, das sich in der Forsa-Umfrage niederschlägt.
- Ob Kultur und Kunst, ob Patriotismus, ob Autobahn, ob Frauen-/ Mutter-/ Familienbild, ob fremde Menschen, ob Kriminalität oder Arbeit usw.: Allzu viele basteln sich noch immer ihren „kleinen Nationalsozialismus“ positiv zurecht. Allzu oft wurden und werden pseudointellektuell verbrämte Signale gesetzt, die zumindest in der Nähe der NS-Ideologie anzusiedeln sind. Bisweilen ist fraglich, ob dies „nur“ aus Vermarktungsgründen geschieht.
Der Offenbarungsfaktor liegt lt. Forsa z.Zt. bei 25%. Weniger spektakuläre, etwas verdecktere Fragestellungen hätten vermutlich zu deutlich höheren Prozentzahlen geführt. Promis können den Faktor noch hochschnellen lassen.


Beobachtungen zu Politik und Gesellschaft - kommentiert, glossiert und zur Diskussion gestellt.



