Ein neuer Karikaturenstreit
Sonntag, 8. März 2009 | Autor: peno
Die Berliner CDU hat mal wieder ihre beiden Haudegen Andreas Gram und Michael Braun an die deutsche Kulturfront geschickt. Anlass: Der für seine spitze Feder seit eh und jeh bekannte Karikaturist Rainer Hachfeld hat sich nach Grams und Brauns Meinung mit seinen neuesten Karikaturen nicht nur des Antikohlismus, sondern sogar des Antiamerikanismus1schuldig gemacht. Das wiegt schwer und kann nicht ungestraft bleiben: Gram droht nun damit, den Vorgang bei seinem großen und starken Bruder zu verpetzen:
„Dem Botschafter der Vereinigten Staaten werde ich eine Kopie dieses Schreibens zukommen lassen.“2
Parlamentspräsident Walter Momper ist als Hausherr zuständig für die geplante Ausstellung mit den Hachfeld-Karikaturen. Es ist zu hoffen, dass sich Momper in diesem Karikaturenstreit kompetenter und besser vorbereitet zeigt als seiner Zeit bei der Inauguration des Regierenden Bürgermeisters.
Im dänischen Karikaturenstreit sah alles noch ganz anders aus: Freiheit! So hörte man auch in deutschen Landen all überall. Jedenfalls, so lange es nur um ein paar Muslime und eine dänische Hauspostille ging.
Der Freiheitsdrang bekam aber schon kurz danach einen Dämpfer, als nämlich Klaus Stuttmann in seiner ansonsten preisgekrönten Karikatur den Überwachungswahn eines Wolfgang Schäuble aufs Korn nahm. Hier fühlte sich die SPD-Ministerin Brigitte Zypries aufgerufen, den Innenminister vor nach ihrer und seiner Meinung zu scharfer Kritik zu schützen. Ja, Freiheit, die ich meine und deren Grenzen ich selbst bestimme … notabene
- Obama-Karikatur [↩]
- Der Tagesspiegel vom 7.3.09 [↩]


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