Die wundersame Familie
Freitag, 12. Oktober 2007 | Autor: peno
In einer ZDF-Sendung vom 9.10.07 wiederholt Eva Herman ihr wundersames Familienbild mit dessen Verwurzelung in der NS-Zeit. Ein gesteuerter Duplex-Skandal, mit dem Eva Herman ihre Verkaufsquoten steigern kann und sich zugleich auch die ZDF-Kerner-Einschaltquoten sprunghaft erhöhen lassen? Ein inszeniertes Quotenkomplott? Folgerichtig wird Eva Herman nun von nationalkonservativen, rechtslastigen Kreisen verteidigt und umworben (z.B. von der Hamburger Zentrumspartei und der DVU). Sogar der ominöse Talkmaster Michel Friedman wiegelt ab: „Sie kann auftreten, wo sie will, das gehört zu einer demokratischen Gesellschaft …“1
Auch Christa Müller bleibt bei ihrem Hausfrauenethos. Der Talkshow-Freak Friedman (CDU) wird bei der „Linksfrau“ Christa Müller vermutlich weniger milde sein, obwohl sie ihr wundersames Familienbild nicht mit der Nazi-Ideologie verbindet, sondern eher in der Romantik des 19. Jahrhunderts verorten kann und dabei von einflussreichen Würdenträgern der Kirchen kräftig unterstützt wird. Immerhin glaubt auch die Linkspartei zumindest im Saarland ihre Prozentquoten mit Christa Müller auffüllen zu können. Fraglich, ob der Unterschied zu Eva Herman immer beachtet wird.
- Der Tagesspiegel vom 12.10.07 [↩]


Beobachtungen zu Politik und Gesellschaft - kommentiert, glossiert und zur Diskussion gestellt.



