“Handwerk”

Dienstag, 27. April 2010 | Autor: peno

Deutsches Militär soll den Afghanen das Kriegshandwerk beibringen. Denn die Deutschen beherrschen dieses Handwerk schon recht gut Sie haben im afghanischen Kunduz 2009 eine treffsichere Kostprobe abgeliefert – mit ca. 142 Toten.

Im Anfang war das Wort …

Worte sind nicht nur Worte. Nomen est omen. Parolen sollen Normen setzen. Normative Kräfte. Kräfte des Faktischen. Faktische, bewusstseinsmanipulierende, bewusstseinsnormierende Kräfte der politischen Sprache … gestelzte, verbrämende und verschleiernde Euphemismen …

Paradoxa

… Frieden … Friedenseinsätze … Eingriffe … Interventionen … Missionen … Engagements … Verteidigung der Freiheit … Nie wieder Auschwitz! Nie wieder Krieg!

Neues, uraltes Handwerk … Kiegshandwerk („ehrbares Handwerk“?) … Kriegshandwerk lernen … Kriegshandwerker werden … Kriegshandwerksausbildung …

Soldaten … Krieg … … Kriegseinsätze … Kriegstod …Helden … Heldentod … Heldengedenkfeiern …

Sag‘, wo die Soldaten sind …“

Trauer … Trauerfeier … Trauerpflicht … vaterländische Pflicht … vaterländische Bigotterie

Lieb‘ Vaterland magst ruhig sein“ …

Durchhalten … Weitermachen … Abwehr … Angriff … Verteidigung … Mut … Feigheit … Tapferkeit … Angst …

Es wird gefährlicher werden“, sagt der Bundesverteidigungsminister.

Wer „A“ sagt, muss nicht „B“ sagen, sagte Bert Brecht.

Wanderer, kommst du nach Berlin, verkündige dorten, du habest uns hier liegen gesehen, wie euer Kommando es befahl.

In Kriegszeiten müssen TV-Programme regelmäßig aktualisiert werden: Trauerfeiern. Die mit Trauerreden beauftragten Schreiberlinge können mit den jeweiligen Kriegsaktualitäten kaum noch Schritt halten. Aber es gibt ja die immer wiederkehrenden Sprachhülsen. Wortfetzen, mit denen sich schnell und eindrucksvoll angemessene Sätze bilden lassen.

Unrecht, Menschenrechtsverletzungen, Terror grassieren global und weltweit. Das war so vor Joschka Fischers Instrumentalisierung des „Nie wieder Auschwitz“. Und das war auch später so und wird wohl auch noch lange so bleiben. Bisher hat eine deutsche Kriegsbeteiligung weder im heutigen Afghanistan noch sonstwo die Kriegsschauplätze befrieden können. Auch nicht mit modernisierten Waffensystemen!

Thema: Waffen - Gräber - Ehrenmale, Zitate | Beitrag kommentieren

Bekenntnisse

Montag, 26. April 2010 | Autor: peno

Anlässlich einer Totenfeier für im Krieg gefallene Soldaten bekennt der Bundesverteidigungsminister v. Guttenberg am 24.4.10:

“… Tod und Verwundung sind Begleiter unserer Einsätze geworden, und sie werden es auch in den nächsten Jahren sein - wohl nicht nur in Afghanistan.”

Und er wendet sich an die Angehörigen mit den nebulösen Worten:

“Und mit politischer Verantwortung  hat man Sie, verehrte Angehörige, auch um Verzeihung zu bitten. Entschuldigung wäre wohl ein unangebrachtes Wort, da Schuld und die Fähigkeit zu zweifeln mit Verantwortung einhergehen. Aber Verzeihung.”

Wofür “Entschuldigung”? Warum “Verzeihung? Der abkommandierte Soldat fragt: Sollte meine Entsendung in diesen Krieg tatsächlich mit politisch zu verantwortender Schuld beladen sein? Ein Schuldbekenntnis vor meinem Sarg nützt mir nicht mehr viel.

Selbst die Grünen im Gefolge Joschka Fischers waren weniger skrupulös.

Bitten um Entschuldigung / Verzeihung werden sich künftig wohl abnutzen (auch weil sich fast täglich ein mehr oder weniger prominenter Täter bei den Opfern seiner Gewalttaten “entschuldigen” muss). Die heute für die mediale Öffentlichkeit verkündeten Skrupel werden schwinden. Die Kriegsbefehle gehen weiter. Trauerfeiern können u.a. auch aus finanziellen Gründen nur noch einmal im Jahr (Volkstrauertag?) zelebriert werden.

Wie viele Tote und Verwundete als “Begleiter unserer Einsätze” werden die deutsche Politik und die deutsche Öffentlichkeit noch ertragen?

Thema: Waffen - Gräber - Ehrenmale, Zitate | Ein Kommentar

Die Antike, Hartz IV und der Esel

Dienstag, 16. Februar 2010 | Autor: peno

Guido Westerwelle:

Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.“1

Westerwelle stieß mit dieser Meinung auf viel Zustimmung, aber auch auf Kritik:

Die spätrömische Dekadenz bestand darin, dass die Reichen nach ihren Fressgelagen sich in Eselsmilch gebadet haben und Kaiser Caligula einen Esel zum Konsul ernannt hat. Insofern stimmt Westerwelles Vergleich. Vor 100 Tagen ist ein Esel Bundesaußenminister geworden.“2

Ja, das hat der alte Jesuiten-Schüler Heiner Geißler wunderbar formuliert.

120px-donkey-06Westerwelles Eseleien nehmen kein Ende. Vielleicht ist Jürgen Möllemann sein Vorbild? Auch Möllemann fuhr damals seine FDP gegen die Wand. Bleibt zu hoffen, dass dies auch Westerwelle gelingt.

Übrigens: Es wird gemunkelt, dass Heiner Geißler ein Verfahren wegen Beleidigung droht: vom Tierschutzbund!

Und: Einem Ondit zufolge hat Westerwelle bereits Einblick in die zum Kauf angebotenen “Steuer-CD’s” nehmen können. Seine Reaktion: Blässe. Niemals ankaufen! Weniger der Rechtsstaat käme in Verruf, als vielmehr er selbst, seine Parteispender und Geschäftsfreunde, die FDP-Klientel

  1. div. Pressemitteilungen []
  2. Heiner Geißler, zit. in: Der Tagesspiegel vom 15.2.10 []

Thema: Aus der Parteienlandschaft, Zitate | Beitrag kommentieren

Schweizer Konten

Sonntag, 14. Februar 2010 | Autor: peno

… und wie reagiert nun der Schweizer Nationalrat Alfred Heer auf einen Ankauf der “Steuer-CD’s“?

Er holt einen scharfen Pfeil aus seinem Köcher und droht:

“Falls Deutschland gestohlene Bankdaten kauft, werden wir auf eine Gesetzesänderung hinarbeiten, dass sämtliche Schweizer Konten von deutschen Personen, die öffentliche Ämter bekleiden, offengelegt werden müssen.”1

Na ja, das mag eine etwas überzogene Drohung sein. Andererseits: Warum eigentlich nicht? “Deutsche Personen, die öffentliche Ämter bekleiden,” werden doch wohl nichts zu befürchten haben …

  1. aus: Der Tagesspiegel vom 14. 2.10 []

Thema: Zitate | Beitrag kommentieren

“Wahlkampf”

Montag, 7. September 2009 | Autor: peno

Es ist Wahlkampf und keiner hört hin – unter diesem Motto scheint die SPD-Wahlkampagne zu stehen.“1

  1. Klaus Hartung, in Der Tagesspiegel vom 29.8.09 []

Thema: Aus der Parteienlandschaft, Zitate | Beitrag kommentieren

Lebensregel

Montag, 7. September 2009 | Autor: peno

Lebe so, dass du morgen sterben könntest – stolz auf das, was du gemacht hast“. Yoel Gamzou, (Musiker)1

  1. zit. in Der Tagesspiegel vom 6.9.09 []

Thema: Zitate | Beitrag kommentieren

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: