Ceterum censeo … (7)

Dienstag, 19. August 2008 | Autor: peno

„Beflissene Zusammenarbeit, außerordentliche Anpassung“1 charakterisierten das Verhalten der meisten Mediziner im Nationalsozialismus. Das haben Historiker und Mediziner als Forschungsergebnis in einem jetzt veröffentlichten Sammelband2 erarbeitet.
Mit „Beflissene Zusammenarbeit, außerordentliche Anpassung“ lässt sich auch die Haltung einer übergroßen Mehrheit der Lehrerinnen und Lehrer in den damaligen Oberschulen und Gymnasien beschreiben.
Eine Studie zur Mitverantwortung dieser Bildungseliten in den damaligen Berliner Gymnasien/Oberschulen fehlt noch immer.
Ceterum censeo: „75 Jahre danach“ müssen gesellschaftliche Widerstände bei der Darstellung der NS-Vergangenheit der Berliner Gymnasien/Oberschulen überwunden werden, wie dies in etlichen anderen Bereichen bereits geschehen ist. Auch das muss in die heutigen Aufklärungsprogramme gegen das ständige Vordringen rechtsextremer Tendenzen eingehen.

  1. Der Tagesspiegel vom 18.8.08 []
  2. Die Charité im Dritten Reich – Zur Dienstbarkeit medizinischer Wissenschaft im Nationalsozialismus, Hrsg. Sabine Schleiermacher und Udo Schagen, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2008 []

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Ceterum censeo … (6)

Sonntag, 6. Juli 2008 | Autor: peno

„Es gibt keinen Weg um die Geschichte herum, sondern nur durch die Geschichte.“ (Karl Jaspers)

Vor 75 Jahren begann die Nazi-Herrschaft:

  • Konzentrationslager werden gebaut.
  • Entrechtung, Verfolgungen beginnen.
  • Bücherverbrennungen.
  • Boykott-Aufrufe.
  • Aufmärsche, Jubelveranstaltungen …
  • Die bildungsbürgerlichen Bezirke Steglitz und Zehlendorf waren „Hochburgen der Rechten“.

22-25-26-gymsteg.jpgEine Studie zur Mitverantwortung der Bildungseliten in den damaligen Berliner Gymnasien/Oberschulen fehlt noch immer. Es wäre zu prüfen, inwieweit für Berliner Gymnasien/Oberschulen verallgemeinert werden kann, was ein Steglitzer Schulleiter damals verkündet hat:

„Das Steglitzer Gymnasium ist nur ein kleiner Teil in dem großen Organismus völkischer Schaffenskraft …, aber es hat sich von niemand übertreffen lassen in seinem starken Willen zu vaterländischem Tun … Darum wird es sich auch in der neuen Zeit bewähren, weil es sich bewähren will.“1

In den Homepages der meisten Berliner Gymnasien wird die NS-Zeit verharmlost. Andere Bereiche werden heute weit weniger tabuisiert:

  • Die NS-Verstrickung Berliner Wissenschaftseinrichtungen ist inzwischen erarbeitet worden. Auch die Frage, wie diese Wissenschaftseinrichtungen heute ihre NS-Geschichte aufgearbeitet haben.
  • Das Berliner Philharmonische Orchester hat jetzt seine Vergangenheit als „Reichsorchester“ untersuchen lassen.
  • Biografien und Filmdokumentationen zeigen, dass die Scheu vor dem Blick in die NS-Verstrickung auch der eigenen Familien weitgehend überwunden ist.
  • Bundesligavereine haben ihre braune Vergangenheit untersuchen und darstellen lassen.
  • Großkonzerne haben der NS-Forschung ihre Archive zugänglich gemacht.
  • Die Industriellenfamilie Quandt (BMW …) hat ihre NS-Geschichte erarbeiten lassen.2
  • Das Bundesverkehrsministerium hat jetzt die NS-Geschichte seines Vorgängers, des Reichsverkehrsministeriums, erforschen lassen.3
  • Eine neue Veröffentlichung informiert über die NS-Vergangenheit der Berliner und Brandenburger Finanzbehörden.4
  • Ende 2008 wird der Abschlussbericht einer Historikerkommission zeigen, wie tief das Auswärtige Amt in nationalsozialistische Verbrechen verstrickt war.
  • Auch das Deutsche Rote Kreuz ließ soeben seine Haltung in der NS-Zeit untersuchen. Das DRK sei ein „willfähriger Partner der Nationalsozialisten“ gewesen.5

Ceterum censeo: „75 Jahre danach“ müssen gesellschaftliche Widerstände bei der Darstellung der NS-Vergangenheit der Berliner Gymnasien/Oberschulen überwunden werden. Auch das muss in die heutigen Aufklärungsprogramme gegen das ständige Vordringen rechtsextremer Tendenzen eingehen.

„Wer über die Geschichte einer Schule schreibt, schreibt auch über die deutsche Geschichte und kann nicht die Jahre 1918, 1933 und 1945 außer acht lassen.“

  1. Gymnasium Steglitz []
  2. Der Tagesspiegel vom 6.10.07 []
  3. Der Tagesspiegel vom 19.12.07 []
  4. M. Friedenberger, Die Berliner Steuer- und Finanzverwaltung und die fiskalische Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung 1933 – 1945, Berlin, 2008 []
  5. Der Tagesspiegel vom 25.6.08 []

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Ceterum censeo … (5)

Sonntag, 18. Mai 2008 | Autor: peno

„Es gibt keinen Weg um die Geschichte herum, sondern nur durch die Geschichte.“ (Karl Jaspers)

Vor 75 Jahren begann die Nazi-Herrschaft:

  • Konzentrationslager werden gebaut.
  • Entrechtung, Verfolgungen beginnen.
  • Bücherverbrennungen.
  • Boykott-Aufrufe.
  • Aufmärsche, Jubelveranstaltungen …

Die bildungsbürgerlichen Bezirke Steglitz und Zehlendorf waren „Hochburgen der Rechten“.

Eine Studie zur Mitverantwortung der Bildungseliten in den damaligen Berliner Gymnasien/Oberschulen fehlt noch immer. Es wäre zu prüfen, inwieweit für Berliner Gymnasien/Oberschulen verallgemeinert werden kann, was ein Steglitzer Schulleiter damals verkündet hat:

gymsteg.jpg„Das Steglitzer Gymnasium ist nur ein kleiner Teil in dem großen Organismus völkischer Schaffenskraft …, aber es hat sich von niemand übertreffen lassen in seinem starken Willen zu vaterländischem Tun … Darum wird es sich auch in der neuen Zeit bewähren, weil es sich bewähren will.“1

In den Homepages der meisten Berliner Gymnasien wird die NS-Zeit verharmlost.

Andere Bereiche werden heute weit weniger tabuisiert:

  • Die NS-Verstrickung Berliner Wissenschaftseinrichtungen ist inzwischen erarbeitet worden. Auch die Frage, wie diese Wissenschaftseinrichtungen heute ihre NS-Geschichte aufgearbeitet haben.
  • Das Berliner Philharmonische Orchester hat jetzt seine Vergangenheit als „Reichsorchester“ untersuchen lassen.
  • Biografien und Filmdokumentationen zeigen, dass die Scheu vor dem Blick in die NS-Verstrickung auch der eigenen Familien weitgehend überwunden ist.
  • Bundesligavereine haben ihre braune Vergangenheit untersuchen und darstellen lassen.
  • Großkonzerne haben der NS-Forschung ihre Archive zugänglich gemacht.
  • Die Industriellenfamilie Quandt (BMW …) hat jetzt ihre NS-Geschichte erarbeiten lassen: „Wir erkennen, dass die Jahre 1933 bis 1945 in unserer Geschichte … noch nicht ausreichend aufgearbeitet sind. Wir sind uns einig, dass wir mit diesem Teil unserer Geschichte offen und verantwortungsvoll umgehen wollen.“2
  • Das Bundesverkehrsministerium hat jetzt die NS-Geschichte seines Vorgängers, des Reichsverkehrsministeriums, erforschen lassen: „Das Reichsverkehrsministerium war mit hunderten Erlassen an allen Schritten der Ausgrenzung und Vernichtung von Juden beteiligt, hat ein ein Forschungsgutachten im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums ergeben.“3
  • Eine neue Veröffentlichung4 informiert über die NS-Vergangenheit der Berliner und Brandenburger Finanzbehörden.
  • Ende 2008 wird der Abschlussbericht einer Historikerkommission zeigen, wie tief das Auswärtige Amt in nationalsozialistische Verbrechen verstrickt war.

Ceterum censeo: „75 Jahre danach“ müssen gesellschaftliche Widerstände bei der Darstellung der NS-Vergangenheit der Berliner Gymnasien/Oberschulen überwunden werden. Auch das muss in die heutigen Aufklärungsprogramme gegen das ständige Vordringen rechtsextremer Tendenzen eingehen.

„Wer über die Geschichte einer Schule schreibt, schreibt auch über die deutsche Geschichte und kann nicht die Jahre 1918, 1933 und 1945 außer acht lassen.“ (W. Spencker)

  1. Gymnasium Steglitz []
  2. Der Tagesspiegel vom 6.10.07 []
  3. Der Tagesspiegel vom 19.12.07 []
  4. M. Friedenberger, Die Berliner Steuer- und Finanzverwaltung und die fiskalische Ausplünderung der jüdischen Bevölkerung 1933 – 1945, Berlin, 2008 []

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75 Jahre danach - Ceterum censeo … (4)

Sonntag, 13. Januar 2008 | Autor: peno

Vor 75 Jahren begann die Nazi-Herrschaft:

  • Konzentrationslager werden gebaut.
  • Entrechtung, Verfolgungen beginnen.
  • Bücherverbrennungen.
  • Boykott-Aufrufe.
  • Aufmärsche, Jubelveranstaltungen …
  • Die bildungsbürgerlichen Bezirke Steglitz und Zehlendorf mit ihren Elitegymnasien galten als „Hochburg der Rechten“.

Eine Studie zur Mitverantwortung der Bildungseliten in den damaligen Berliner Gymnasien/Oberschulen fehlt noch immer. Es wäre zu prüfen, inwieweit für Berliner Gymnasien/Oberschulen verallgemeinert werden kann, was ein Steglitzer Schulleiter damals verkündet hat:

gymsteg.jpg„Das Steglitzer Gymnasium ist nur ein kleiner Teil in dem großen Organismus völkischer Schaffenskraft …, aber es hat sich von niemand übertreffen lassen in seinem starken Willen zu vaterländischem Tun … Darum wird es sich auch in der neuen Zeit bewähren, weil es sich bewähren will.“1

Auch um die überwiegend unkritische, verharmlosende Darstellung der NS-Zeit in den Homepages der Berliner Gymnasien scheint sich der Berliner Schulsenator noch immer nicht kümmern zu wollen.

Andere Bereiche werden dagegen heute weit weniger tabuisiert:

  • Die NS-Verstrickung Berliner Wissenschaftseinrichtungen ist inzwischen erarbeitet worden. Auch die Frage, wie diese Wissenschaftseinrichtungen heute ihre NS-Geschichte aufgearbeitet haben.
  • Das Berliner Philharmonische Orchester hat jetzt seine Vergangenheit als „Reichsorchester“ untersuchen lassen.
  • Biografien und Filmdokumentationen zeigen, dass die Scheu vor dem Blick in die NS-Verstrickung auch der eigenen Familien weitgehend überwunden ist.
  • Bundesligavereine haben ihre braune Vergangenheit untersuchen und darstellen lassen.
  • Großkonzerne haben der NS-Forschung ihre Archive zugänglich gemacht.
  • Die Industriellenfamilie Quandt (BMW …) lässt jetzt ihre NS-Geschichte erarbeiten:

„Wir erkennen, dass die Jahre 1933 bis 1945 in unserer Geschichte … noch nicht ausreichend aufgearbeitet sind. Wir sind uns einig, dass wir mit diesem Teil unserer Geschichte offen und verantwortungsvoll umgehen wollen.“2

Das Bundesverkehrsministerium hat jetzt die NS-Geschichte seines Vorgängers, des Reichsverkehrsministeriums, erforschen lassen:

„Das Reichsverkehrsministerium war mit hunderten Erlassen an allen Schritten der Ausgrenzung und Vernichtung von Juden beteiligt, hat ein ein Forschungsgutachten im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums ergeben.“3

Ceterum censeo: „75 Jahre danach“ müssen gesellschaftliche Widerstände bei der Darstellung der NS-Vergangenheit der Berliner Gymnasien/Oberschulen überwunden werden. Auch das muss in die heutigen Aufklärungsprogramme gegen das ständige Vordringen rechtsextremer Tendenzen eingehen.

  1. Gymnasium Steglitz []
  2. Der Tagesspiegel vom 6.10.07 []
  3. Der Tagesspiegel vom 19.12.07 []

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Ceterum censeo … (3)

Dienstag, 11. Dezember 2007 | Autor: peno

Eine Studie zur NS-Vergangenheit Berliner Gymnasien/Oberschulen in Berlin fehlt noch immer. Es wäre zu prüfen, inwieweit für Berliner Gymnasien/Oberschulen verallgemeinert werden kann, was ein Steglitzer Schulleiter damals verkündet hat:

gymsteg.jpg„Das Steglitzer Gymnasium ist nur ein kleiner Teil in dem großen Organismus völkischer Schaffenskraft …, aber es hat sich von niemand übertreffen lassen in seinem starken Willen zu vaterländischem Tun … Darum wird es sich auch in der neuen Zeit bewähren, weil es sich bewähren will.“1

Auch um die überwiegend unkritische, verharmlosende Darstellung der NS-Zeit in den Homepages der heutigen Berliner Gymnasien scheinen sich Berliner Schulsenatoren nicht kümmern zu wollen. Andere Bereiche werden dagegen heute weit weniger tabuisiert:

  • Die NS-Verstrickung Berliner Wissenschaftseinrichtungen ist inzwischen erarbeitet worden. Auch die Frage, wie diese Wissenschaftseinrichtungen heute ihre NS-Geschichte aufgearbeitet haben.
  • Das Berliner Philharmonische Orchester hat jetzt seine Vergangenheit als „Reichsorchester“ untersuchen lassen.
  • Biografien und Filmdokumentationen zeigen, dass die Scheu vor dem Blick in die NS-Verstrickung auch der eigenen Familien weitgehend überwunden ist.
  • Bundesligavereine haben ihre braune Vergangenheit untersuchen und darstellen lassen.
  • Großkonzerne haben der NS-Forschung ihre Archive zugänglich gemacht.
  • Die Industriellenfamilie Quandt (BMW …) lässt jetzt ihre NS-Geschichte erarbeiten: „Wir erkennen, dass die Jahre 1933 bis 1945 in unserer Geschichte … noch nicht ausreichend aufgearbeitet sind. Wir sind uns einig, dass wir mit diesem Teil unserer Geschichte offen und verantwortungsvoll umgehen wollen.“2

Ceterum censeo: Die gesellschaftlichen Widerstände bei der Darstellung der NS-Vergangenheit Berliner Gymnasien/Oberschulen müssen überwunden werden. Auch das muss in die Aufklärungsprogramme gegen das ständige Vordringen rechtsextremer Tendenzen eingehen.

  1. Gymnasium Steglitz []
  2. Der Tagesspiegel vom 6.10.07 []

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Ceterum censeo … (2)

Donnerstag, 1. November 2007 | Autor: peno

„Welche Rolle haben … die Wissenschaftseinrichtungen in Berlin gespielt? Wie weit waren sie in den Nationalsozialismus verstrickt? Haben sie diese Verstrickung aufgearbeitet?“

Diese Fragen sollten endlich auch für den Schulbereich geklärt werden.

  • Das Berliner Philharmonische Orchester hat jetzt seine braune Vergangenheit als „Reichsorchester“ untersuchen lassen.
  • Biografien und Filmdokumentationen zeigen, dass die Scheu vor dem Blick in die NS-Verstrickung auch der eigenen Familien weitgehend überwunden ist.
  • Bundesligavereine haben ihre braune Vergangenheit untersuchen und darstellen lassen.
  • Großkonzerne haben der NS-Forschung ihre Archive zugänglich gemacht.
  • Die Industriellenfamilie Quandt (BMW …) lässt jetzt ihre NS-Geschichte erarbeiten: „Wir erkennen, dass die Jahre 1933 bis 1945 in unserer Geschichte … noch nicht ausreichend aufgearbeitet sind. Wir sind uns einig, dass wir mit diesem Teil unserer Geschichte offen und verantwortungsvoll umgehen wollen.“1

Eine entsprechende Studie zu den Gymnasien/Oberschulen in Berlin fehlt noch immer. Es wäre zu prüfen, inwieweit für Berliner Gymnasien/Oberschulen verallgemeinert werden kann, was ein Schulleiter damals verkündet hat:

gymsteg1.jpg„Das Steglitzer Gymnasium ist nur ein kleiner Teil in dem großen Organismus völkischer Schaffenskraft …, aber es hat sich von niemand übertreffen lassen in seinem starken Willen zu vaterländischem Tun … Darum wird es sich auch in der neuen Zeit bewähren, weil es sich bewähren will.“2

Es sollte dabei beachtet werden, wie die heutigen Gymnasien ihre NS-Geschichte in ihren Homepages darstellen und wie dieser Teil der Schulgeschichte für den Unterricht nutzbar gemacht werden kann.

  1. Der Tagesspiegel vom 6.10.07 []
  2. Schulleiter Sommer; Gymnasium Steglitz []

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