Henryk M. Broder - “Der Pornoschriftsteller”

Sonntag, 18. Juli 2010 | Autor: peno

Erstaunlich, wie es dem hasserfüllten Broder immer wieder gelingt, seinen Strauß ressentimentgeladener Pseudoinformationen in einem Artikel zu bündeln und dann auch noch in seriösen Zeitungen unterzubringen, z.B. am 12.7.10 “Betreten auf eigene Gefahr”. Ein unglaubliches Sammelsurium hässlicher Vorurteile. Das erlaubt sich nur ein Broder, der Mann, der seit einem Berliner LG-Urteil vom 25.11.2008 wegen seiner Vergangenheit sogar “Pornoschriftsteller”genannt werden darf. In diesem Urteil findet man wichtige Hinweise auf Qualität und Methode eines Henryk M. Broder:

„Wer das Recht der freien Meinungsäußerung in der Weise benutzt wie der Kläger (Henryk M. Broder), muss sich auch selbst deutliche Kritik an seiner Person gefallen lassen“…

Und weiterhin attestiert das Berliner Landgericht dem Kläger Broder

„eine besondere Vorliebe für eine Ausdrucksweise mit sexuell drastischen und dem Genitalbereich entstammenden Begriffen (…), die er auch benutzt, wenn es gar nicht um sexuelle oder verwandte Themen geht, so dass auch politische und andere Diskussionen immer wieder mit sexuellen Konnotationen aufgeladen werden.”

Dass ein solcher Schreiberling anlässlich eines sehr bedauerlichen und verurteilenswerten Gewaltexzesses in einem Neuköllner Schwimmbad wieder in seine altbekannte Diskriminierungskiste greift, um einen wirren Artikel zu schreiben, ist klar.

Die inhaltliche Wirrnis seiner Artikel ist HMB jetzt wohl selbst schon aufgefallen. Er erfindet “10 Regeln für eine ausgewogene und faire Berichterstattung“.

Kommentatoren sind Broder bereits zu Hilfe geeilt und haben diese “Regeln” sinnvoll ergänzt. Hier noch zwei weitere Ergänzungsregeln:

Die 16. Regel:

Und wenn du einen Menschen trriffst, der behauptet, Broder sei ein “Pornoschreiber” dann vergiss nicht, dass das lt. einem Berliner LG-Urteil vom 25.11.08 rechtens ist.

Die 17. Regel:

Bis spät in die 80er Jahre hieß es: Wenn dieses Gesicht (gemeint war Gerhard Löwenthal, das westliche Pendant zu Eduard Schnitzler) auf Ihrem Bildschirm auftaucht, dann bitte sofort abschalten!
In Analogie dazu gilt heute die 17. Regel: Wenn der Name Henryk M. Broder als Autor auftaucht, dann bitte sofort umblättern! Du versäumst nichts, wenn du Broders Tiraden ungelesen lässt.

PS: Wie man sieht,  habe ich mich an diese 17. Regel leider selbst nicht gehalten. Neugier.

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WM-Nachlese: Neokolonialismus?

Donnerstag, 15. Juli 2010 | Autor: peno

Die Spieler der deutschen Fußball-WM-Mannschaft kommen alle - so wurde in den Reportagen mehrfach betont - aus der Bundesliga. Das ist offensichtlich selten so. Erstaunlich und begeisternd waren die Spiele dieser deutschen “Multikulti-Mannschaft”, gerade auch wegen der “Multikulti-Zusammensetzung”. Ohne die Fußball-Söhne der Einwanderungsfamilien sähe die deutsche Mannschaft ziemlich blass aus.

Die TV-Reporter konnten nicht nur die Namen der Spieler aus Afrika, Südamerika oder Asien nennen, sondern zumeist auch hinzufügen, in welchen europäischen Spitzenclubs diese Spieler im Saison-Alltag spielen. Bisweilen - so schien es - sollte der Name der europäischen Spitzenclubs (z.B.: Bayern München, HSV, AC Roma, FC Barcelona, Chelsea London, Milano, Ajax Amsterdam etc, etc) sogar Ersatz für die nationale Herkunft der Spieler sein. Fast alle Spieler der afrikanischen, asiatischen, südamerikanischen Spitzenmannschaften sind für die superreichen europäischen Spitzenvereine verpflichtet, d.h. aufgekauft worden.

Nun wurden die Länder in Afrika, Südamerika und Asien seit langem begriffen als “Entwicklungsländer” oder als “Dritte Welt”. Diese “Dritte Welt” wurde bekanntlich von den Industrieländern - also im wesentlichen von den Europäern - auf ihre für die Industrialisierung verwertbaren Schätze erforscht und sodann umfassend ausgebeutet. Kolonialismus. Die Ausbeutung der für den Aufbau und die Wertschöpfung der Industrieländer wichtigen und leuchtenden Diamanten (Rohstoffe, Arbeitskräfte …) führten in den Industrieländern zu Wohlstand und Reichtum.

Ist der systematische Aufkauf asiatischer, südamerikanischer, afrikanischer “Sportdiamanten” eine neue Form des alten Kolonialismus? Die Sporttalente (nicht nur im Fußball) werden aus ihren Heimatländern gelockt, in Sportcamps ausgebildet und in Europa (fast) wie in Zeiten des klassischen Kolonialismus als Profit bringendes Kapital (Rohdiamanten) eingesetzt. Die “Dritte Welt” liefert - die “Erste Welt” kauft, verwertet und gewinnt: Ein klassisches Muster des kolonialen Systems. Reich bleibt reich und arm bleibt arm.

Mit einigen Einschränkungen gilt dieses Muster offensichtlich auch heute noch für den neokolonialen Welthandel des Fußballs. Der Wert des Menschen Fußballer” (Sportler) wird dabei in Millionen-Beträgen gemessen.

“Spanien wird Weltmeister”. So haben es Jürgen Gerhards (FUB) und Gert G. Wagner (TUB, DIW) vorausberechnet: Die spanische Nationalmannschaft habe mit insgesamt ca. 650 Millionen EUR die auf dem Fußball-Weltmarkt höchst gehandelten Fußballer. Sie muss gewinnen!

“Vor ein paar Tagen hat Bayern München sein Interesse an Fabio Coentrao (Portugal) zurückgezogen: Coentrao … ist inzwischen zu teuer geworden.”1

Realistische Alternativen zur ökonomischen und kulturellen Ausbeutung der “Dritten/Vierten Welt” sind spätestens seit dem Pearson Report (1969) vielfach formuliert worden. Alternativen zum heutigen Sport-Kolonialismus sind ernsthaft noch nicht einmal thematisiert worden. Solche Alternativen müssten auf wirtschaftliche, nachhaltig wirkende Investitionen zur weiteren Entwicklung des Breitensports im eigenen Land zielen und damit den Abzug dortiger Spitzensportler eindämmen. Der faire Wettbewerb (nicht der koloniale Handel!) soll damit auch im internationalen Sport nicht behindert, sondern indirekt sogar unterstützt werden.

  1. Der Tagesspiegel vom 12.7.10 []

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German President Contest

Mittwoch, 2. Juni 2010 | Autor: peno

Hat er? oder hat er nicht?

Selbstverständlich hatte Horst Köhler Recht, wenn er endlich deutlich und offen erklärte, dass (als “politisch, menschenrechtlich etc” deklarierte) Kriege auch von deutscher Seite als Kriege zur Absicherung/Durchsetzung ökonomischer Interessen geführt werden können.

Köhler hat sich lediglich im Tempus vergriffen: Solche Kriege sind nicht nur zukünftig möglich, sie waren in der Kriegsvergangenheit seit eh und jeh gegeben. Eine Aufzählung solcher Kriege bis in die jüngste Vergangenheit und Gegenwart erübrigt sich wohl. Die Einsicht Köhlers ist also gar nicht so neu. Er ist auch wirklich nicht der Erste und Einzige, der diese bittere Kriegswahrheit verkündet hat.

Unverständlich, realitätsfern, phrasenhaft und bigott die Reaktionen insbesondere der SPD, der Grünen und auch der Linkspartei.

Schloss Bellevue

© K. Stuttmann

Aktuell:Köhler ist zurückgetreten. Er kann sich jetzt wohl kaum als wegen trivialer Weisheiten verfolgter Märtyrer handeln lassen, zumal er kurz nach dem Interview seine durchaus richtigen Bemerkungen zu “Missverständnissen” degradiert hat - just wie es die politische Raison in solchen Fällen befiehlt, das übliche Spiel.

Was ist denn nun mit unserem Verteidigungsminister, Herrn Karl-Theodor von und zu Guttenberg? War er es nicht, der vor wenigen Monaten - ähnlich wei heute Köhler - eine unglaubliche Wahrheit verkündet hat: In Afghanistan wird Krieg geführt!! Warum hat sich Guttenberg wegen dieser offenkundigen “Unwahrheit” nicht zum Rücktritt verpflichtet gesehen? Und noch schlimmer: Guttenberg verweist heute auf das “Weißbuch der Bundeswehr”. Dort stehe, dass Militär im Notfall auch vitale Wirtschaftsinteressen sichern müsse1.

Deutschland ohne Superpräsident? Ok. Lena macht’s besser.

Der Respekt vor dem Amt gebietet: Lena for President!

Deutschland ohne Verteidigungsminister? Ok. Raab macht’s besser.

Oder vielleicht doch lieber ein dumm-dreister Clown wie Dieter Bohlen?

Deutschland sollte unverzüglich den “German President Contest” ausrufen.

  1. u.a. Der Tagesspiegel vom 31.5.10 []

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Griechische Dekadenz

Donnerstag, 6. Mai 2010 | Autor: peno

Guido Westerwelle:

Wer dem griechischen Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätgriechischer Dekadenz ein.

Die Griechen führen Europa in den Abgrund!

Die Griechen nehmen uns unsere Ferieninseln!

Der Beliebtheitswert des deutschen Außenminister sinkt in Griechenland rapide.

kari_20100505_speck2

© K. Stuttmann

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Fußball in Mügeln

Dienstag, 27. April 2010 | Autor: peno

120px-football_pallo_valmiina-cropped1Der als links-alternativ geltende Sportclub “Roter Stern Leibzig” musss nach Mügeln (Sachsen) zu einem Fußballspiel der Bezirksklasse gegen den Mügelner Ortsverein. Die Mügelner Mannschaft greift zwar wenig an, doch umso mehr die Mügelner Zuschauer:

“Hitlergruß” … “Zecken vergasen” … “ein Baum, ein Strick, ein Judengenick”.

Das sind laut Zeitungsberichten Originaltöne von den Zuschauerrängen (dazwischen auch Bürgermeister Deuse)!

Mügeln? Da war doch mal was:

Bürgermeister Deuse (FDP)? Der ist doch bekannt:

Deuse soll, wie man hört, in seinem Amtszimmer eine Tafel mit deutschem Eichenlaub und seinem politischen Amtsmotto hängen haben: Nichts sehen - nichts hören - nichts wissen …

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Krieg draußen - drinnen Trauerrituale

Montag, 12. April 2010 | Autor: peno

Die “Trauerfeier” am 9.4.10 für drei im Afghanistan-Krieg gefallene deutsche Soldaten war ein von Kirche und Politik großartig und aufwändig zelebriertes, den Medien geschuldetes Event. Den Organisatoren/Auftraggebern ging es dabei wohl weniger um Leben und Tod gefallener Soldaten als vielmehr um die politische “Rechtfertigung” des Soldaten-Todes im Namen einer u.a. auch parteipolitisch geprägten Staatsraison. Einer Raison, die auch in Deutschland eine lange, bittere Traditon hat. Eine Tradition, die gespickt ist mit Trauerfeiern, Soldatenfriedhöfen und bigotter Heldenverehrung (”Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch”, “Gestorben für das Vaterland”, “Dulce et decorum est, pro patria mori” …).

Ein verarmtes Land wie etwa Afghanistan kann sich solche Veranstaltungen nicht leisten. Nicht für “vom Feind” getötete Soldaten. Noch nicht einmal für die vielen, beinahe Tag für Tag getöteten Zivilisten. Diese Zivilisten (ihre Zahl ist ungewiss) werden in den Strategien und den veröffentlichten Nachrichten der in Afghanistan Krieg führenden Mächte allenfalls als unvermeidbare (?), einkalkulierte (?) Kollateralschäden registriert. Der Tod als Kollateralschaden.

Die Bundeswehr soll für Afghanistan weiter aufgerüstet werden, egal, was es kostet, dafür (”Zur Verteidigung unserer Freiheit”) haben wir Geld genug! Deutschland gehört nach wie vor zu den weltweit führenden Waffenproduzenten und Waffenexporteuren.

Wie werden deutsche Geschichtslehrer ihren Schülerinnen und Schülern zukünftig den Verlauf des Afghanistan-Kriegs erklären? Werden sie auf vietnam-memorial-soldier1Ähnlichkeiten, Parallelen zu anderen Kriegen (z.B. Korea, Vietnam) verweisen? In Vietnam waren die USA zu Beginn des Krieges nur mit einigen Hundert sogenannten Beratern vertreten. Was daraus geworden ist, zeigt z.B. das Vietnam Veterans Memorial in Washington.

Aus der Geschichte lernen?

Wie lange noch müssen wir auf einen neuen Soldaten-Friedhof mit einem großen  “Soldaten-Tod-Denkmal” warten? Allein schon die Festlichkeiten zur Einweihung eines solchen Friedhofs lassen die Herzschläge so manchen medienverbundenen Politikers hochschnellen.

Viele Soldaten waren bei der Trauerfeier anwesend - wie bei militärischen eindrucksvoll gestalteten Aufmärschen üblich: gebügelte Uniform, stramm stehend, Hand an der Mütze.

Morituri te salutant.

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