Oskar und der Neid

Samstag, 28. August 2010 | Autor: peno

Aus einem Interview mit Oskar Lafontaine:

“… Die Versuchung ist groß, Neid gegen sie (gemeint sind Politiker linker Parteien in Spitzenfunktionen) zu schüren, wenn sie ein höheres Einkommen haben als ein Hartz-IV-Empfänger …”

Merkwürdige Größenordnungen! Erinnert stark an Klaus Ernst.

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Klaus Ernst und die “Neid-Debatte”

Dienstag, 3. August 2010 | Autor: peno

Gewiss: Klaus Ernst ist ein umtriebiger und fleißiger Mann:

  • Zahlreiche Mandate im Parlament, in der Partei, in den Gewerkschaften, in diversen Aufsichtsräten prägen seine Biografie. Gegen innerparteiliche Vorwürfe wegen Ämterhäufung und dadurch entstehende Überforderung hat er sich erfolgreich zur Wehr gesetzt.
  • Klaus Ernst ist auch sehr großzügig - wenn es um die Nutzung des bequemen und komfortablen Erste-Klasse-Service bei den Flugreisen für seine “dienstlichen”, natürlich im Auftrag und zum Wohle des Volkes abverlangten Verpflichtungen geht und er diese nicht mit seinem Porsche erledigen kann.
  • Klaus Ernst kann aber auch sehr sparsam sein - jedenfalls wenn es um die Bezahlung seiner Reisekosten aus der Parteikasse oder gar aus eigener Tasche geht. Er läßt lieber den Bundestag bezahlen. Alles für das Volk, alles durch das Volk und alles zu Lasten des Volkes.

120px-klaus_ernst_050825_08Erstreaktionen: Alles ganz legal! Richtig. Aber doch wohl nur nach den Regeln der politischen Gegner. Und von denen wollen sich doch gerade linke Mandatsträger („Funktionäre“?) absetzen. Auch Klaus Ernst (?). Dabei geht es gar nicht so sehr um jede Einzelheit dieser sogenannten Neid-Debatte, sondern vielmehr auch um die Chuzpe, mit der linke Funktionäre dieser “Neid-Debatte” begegnen. Für Klaus Ernst ist die Kritik an seinem Porsche, seinem Einkommen (immerhin monatlich ca. 13.000 EURO - soweit in der Öffentlichkeit bekannt geworden!) oder seinen Multifunktionen allenfalls eine böse „Neid-Debatte“, die mit seiner politischen und persönlichen Glaubwürdigkeit nichts zu tun hat - wie er meint. Er hat seine parteiinternen Kritiker im Griff, auch mit Hilfe des Hintergrund-Jongleurs Oskar Lafontaine.

Ach ja: „Linke müssen nicht arm sein“! So verteidigte vor einiger Zeit Lothar Bisky seinen mitstreitenden Lebemann Oskar Lafontaine. Und Klaus Ernst ist schließlich ein getreuer Gefolgsmann von Lafontaine.

Nein, Linke müssen nicht arm sein. Die Definitionen für “Arm” und “Reich” waren und sind umstritten. Seit eh und jeh. Weltweit. Klar und unbestreitbar ist aber, dass ein Klaus Ernst mit seinem Porsche, seinen Abrechnungen, seinem Gesamteinkommen nicht zu den Armen zählt. Muss er auch nicht. Aber zwischen “Arm” und “Reich” gibt es ja noch ein paar Abstufungen. Man wird darüber streiten dürfen, ob Klaus Ernst für sich die einzig richtige und für seine Partei politisch  vertretbare Stufe gewählt hat.

Man darf gespannt sein, mit welchen Sprüchen der „Linke Luxus“ eines Klaus Ernst demnächst noch verteidigt wird, z.B.:  Der Banker Ackermann verdient mehr! Und: Die kleinlichen Kritiken richten sich sowieso weniger gegen einzelne Funktionäre wie Klaus Ernst als vielmehr gegen die linke Gesamtpartei. Im übrigen handelt es sich ohnehin nur um eine kleinkarierte Neid-Debatte.

Warum müssen sich auch die verdammt hoch bezahlten Politfunktionäre der Linken solche Blößen geben? Für die Gegner der Linken ein gefundenes Fressen.

Die Debatte kommt in Gang. Und die nächsten Wahlen kommen auch.

Thema: DIE LINKE. | Ein Kommentar

DIE LINKE: Ulla Jelpke

Sonntag, 23. Mai 2010 | Autor: peno

Die “Dämonisierung der DDR und insbesondere des MFS” (Ministerium für Staatssicherheit, Stasi) findet die Altaktivistin Ulla Jelpke bekagenswert.

Was mag die innenpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag damit meinen? Leidet sie unter Denk- und/oder Sprachstörungen?

Ulla Jelpke weiter:

“Viele von Euch (gemeint sind die alten Kameraden des DDR-Auslandsgeheimdienstes) wurden für ihren mutigen Einsatz für den Frieden nach dem Ende der DDR mit Gefängnis bestraft.” Das sei “himmelschreiendes Unrecht”, meint sie.

Mit ähnlichen Formulierungen und Gedanken - sinnentsprechend umformuliert - rechtfertigen noch heute so manche Vertreter der rechten Szene, nicht selten auch Bürgerliche zumindest Einzelerscheinungen des NS-Staats oder anderer Diktaturen!

DIE LINKE hat viele Probleme. Von einigen völlig überflüssigen, ja sogar politisch schädlichen Problemen, z.B. Ulla Jelpkes Verhältnis zu den alten Kameradschaften der damaligen DDR-Geheimdienste, sollte sich DIE LINKE trennen können.

Für die neofaschistische Szene sind Jelpkes Äußerungen natürlich ein leicht gefundenes Fressen. Vor den im Forum der “Jungen Freiheit” geäußerten, unverschämten und kriminellen Meinungen und Drohungen sollte Frau Jelpke in eigenem Interesse geschützt werden. Vielleicht auch durch Unterlassen so dummer Äußerungen zu früheren Staatsorganen der DDR.

Mit Ulla Jelpke ist kein Staat zu machen. Schon gar nicht für DIE LINKE!

Wie weit mag DIE LINKE auf Bundes- und/oder Landesebene heute noch immer durchsetzt und beeinflusst sein durch alte Seilschaften der ein für allemal untergegangenen DDR und deren Sympathisanten?

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DIE LINKE: Klaus Ernst

Sonntag, 23. Mai 2010 | Autor: peno

120px-klaus_ernst_050825_08Gewiss: Klaus Ernst ist ein umtriebiger und fleißiger Mann. Zahlreiche Mandate im Parlament, in der Partei, in den Gewerkschaften, in diversen Aufsichtsräten prägen seine Biografie. Gegen Vorwürfe wegen Ämterhäufung und dadurch entstehende Überforderung hat er sich erfolgreich zur Wehr gesetzt.

Klaus Ernst ist auch sehr großzügig - wenn es um die Nutzung des bequemen und komfortablen Erste-Klasse-Service bei den Flugreisen für seine “dienstlichen”, natürlich im Auftrag und zum Wohle des Volkes abverlangten Verpflichtungen geht.

Klaus Ernst kann aber auch sehr sparsam sein, jedenfalls wenn es um die Bezahlung der Reisekosten aus eigener Tasche geht. Er läßt lieber den Bundestag bezahlen. Alles für das Volk, alles durch das Volk und alles zu Lasten des Volkes.

Warum müssen sich auch die verdammt hoch bezahlten Politfunktionäre der Linken solche Blößen geben? Für die Gegner der Linken ein gefundenes Fressen. Erstreaktionen? Alles ganz legal! Richtig. Aber doch wohl nur nach den Regeln der politischen Gegner.

Ach ja: „Linke müssen nicht arm sein“! So verteidigte vor einiger Zeit Lothar Bisky seinen mitstreitenden Lebemann Oskar Lafontaine. Und Klaus Ernst ist schließlich ein getreuer Gefolgsmann von Lafontaine.

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Helgoland - Hoffnungsträger für DIE LINKE?

Donnerstag, 25. Februar 2010 | Autor: peno

120px-morus_bassanus_12Helgoland hat bekanntlich dank seiner grandiosen, leider noch immer ziemlich verseuchten Felsenlandschaft eine allen Stürmen trotzende Stabilität. Helgoland ist aber auch ein stabiler Hoffnungsträger der Linken.

Auf die Frage nach der Stabilität der Linken im Westen der Bundesrepublik antwortet Lothar Bisky, derzeitiger Co-Vorsitzender der Linken, in einem Interview1:

“… Wir haben im Westen auch viele sehr stabile Gruppierungen. Etwa auf Helgoland - um nur ein Beispiel zu nennen …”

Wer hätte das gedacht? Der Kontext zeigt, dass L. Bisky nicht gescherzt hat, dass er seine eigene Partei nicht durch den politischen Kakao ziehen wollte!

  1. Interview im Wortlaut in Der Tagesspiegel vom 24.2.10 []

Thema: DIE LINKE., Interviews | Beitrag kommentieren

Linke Hummer in Straßburg

Dienstag, 18. Dezember 2007 | Autor: peno

100px-lobster_meal.jpgBisher stand der Lebemann Oskar Lafontaine im Zentrum der Gourmet-Kritik. Parteigenosse Lothar Bisky musste sich schützend vor ihn stellen: „Linke müssen nicht arm sein“! Der Parteivorsitzende Bisky übersah dabei die kleinen Unterschiede zwischen einem armen Schlucker und dem Lebemann Lafontaine. Auch die bekennende Kommunistin Sahra Wagenknecht hat keine Einwände. Schließlich kann auch sie als Europa-Abgeordnete der Linkspartei ein recht erquickliches Leben führen.

Das zeigte sich mal wieder in Straßburg bei einem opulenten Hummer-Essen.1 Vermutlich war es ein intensives „Arbeitsessen“, zu dem Wagenknecht ihre ParteigenossInnen auf Kosten des Europa-Parlaments eingeladen hat. Außer Spesen nichts gewesen? Doch:

Da gab es ein paar Fotos, die die lustige Schlemmerrunde für das private Erinnerungsalbum festhalten sollten. Am nächsten Tag, wieder ernüchtert, witterte Sarah Wagenknecht allerdings Gefahr. Für ihr Image und das der linken Parteispitzen. Mit etwas List und Tücke gelang es ihr, die Fotodokumente zu vernichten. Das ist eine bedauerliche Kompetenzüberschreitung. Denn fremde Daten zu überwachen und bei Missfallen zu vernichten, gehört zum Repertoire eines Bundespolizeiministers.

Vermutlich hat Oskar Lafontaine zu dieser Kompetenzüberschreitung ermutigt. Er hat ja als saarländischer Ministerpräsident sogar zu gesetzgeberischen Maßnahmen gegriffen, um sich gegen politisch unangenehme Veröffentlichungen zu schützen.

Kurz nach dem Hummer-Essen zitierte L. Bisky im „Neuen Deutschland“ seinen Parteigenossen Jörg Lau:

„Einer Protestpartei wie der Linken kann gar nichts Besseres passieren als wütendes Geschimpfe des Establishments.“

Das sei richtig, meinte Bisky dazu, und dennoch nur die halbe Wahrheit. DIE LINKE könne und müsse ihre Links zur Mehrheit ausbauen und pflegen.2

Ob die Links zum Straßburger Hummer-Essen mit anschließender Fotovernichtung dafür geeignet sind? Die politischen und privaten Attitüden einer Frontfrau des damaligen Kommunistischen Bundes Westdeutschland (KBW) führten jedenfalls nicht zur Pflege oder zum Ausbau einer Mehrheit.

  1. spiegel online, 15.12.07 []
  2. Neues Deutschland, vom 18.8.07 []

Thema: DIE LINKE., Schlaglichter | Beitrag kommentieren

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