Bekenntnisse
Montag, 26. April 2010 | Autor: peno
Anlässlich einer Totenfeier für im Krieg gefallene Soldaten bekennt der Bundesverteidigungsminister v. Guttenberg am 24.4.10:
“… Tod und Verwundung sind Begleiter unserer Einsätze geworden, und sie werden es auch in den nächsten Jahren sein - wohl nicht nur in Afghanistan.”
Und er wendet sich an die Angehörigen mit den nebulösen Worten:
“Und mit politischer Verantwortung hat man Sie, verehrte Angehörige, auch um Verzeihung zu bitten. Entschuldigung wäre wohl ein unangebrachtes Wort, da Schuld und die Fähigkeit zu zweifeln mit Verantwortung einhergehen. Aber Verzeihung.”
Wofür “Entschuldigung”? Warum “Verzeihung? Der abkommandierte Soldat fragt: Sollte meine Entsendung in diesen Krieg tatsächlich mit politisch zu verantwortender Schuld beladen sein? Ein Schuldbekenntnis vor meinem Sarg nützt mir nicht mehr viel.
Selbst die Grünen im Gefolge Joschka Fischers waren weniger skrupulös.
Bitten um Entschuldigung / Verzeihung werden sich künftig wohl abnutzen (auch weil sich fast täglich ein mehr oder weniger prominenter Täter bei den Opfern seiner Gewalttaten “entschuldigen” muss). Die heute für die mediale Öffentlichkeit verkündeten Skrupel werden schwinden. Die Kriegsbefehle gehen weiter. Trauerfeiern können u.a. auch aus finanziellen Gründen nur noch einmal im Jahr (Volkstrauertag?) zelebriert werden.
Wie viele Tote und Verwundete als “Begleiter unserer Einsätze” werden die deutsche Politik und die deutsche Öffentlichkeit noch ertragen?


Beobachtungen zu Politik und Gesellschaft - kommentiert, glossiert und zur Diskussion gestellt.



