Über viele Jahrhunderte hindurch ist die katholische Kirche mit Abweichlern, Ketzern, Heiden und Ungläubigen ziemlich rau und schroff umgegangen – jedenfalls nicht gerade zimperlich oder gar versöhnlerisch. Dem erpressten Bekenntnis folgte nicht selten der Foltertod. Heute verfährt man in der geläuterten „Benedictus-Kirche“ mit den Nichtgläubigen milder:
Der smarte Regensburger Bischof Gerhard Müller, ein emsiger und verlässlicher Missionssoldat des großen Benedictus, geht in seiner missionarischen Großherzigkeit sehr weit:
„Ihr Juden, ihr Muslime und all ihr Anhänger irgendwelcher Götter: Für euch kann es keinen Heilsweg geben, so lange ihr aus eigener Schuld nicht an Jesus Christus glaubt.“
Fünf Milliarden atmen auf. Sie müssen dem Himmelspförtner also lediglich glaubwürdig darlegen, dass sie (z.B. wegen diverser Bischöfe und Päpste) also „ohne eigene Schuld nicht an Jesus geglaubt haben“, dann wird sich die Himmelspforte auch für sie öffnen, sie können gerettet werden und „endgültig zur Gemeinschaft mit Gott gelangen“.
Vermutlich muss auch Bischof Müller wegen seiner Großherzigkeit alsbald eine Entschuldigungsrunde drehen.