In nomine Domini

Mittwoch, 18. März 2009 | Autor: peno

In studentischen Kreisen war damals – unabhängig von der jeweiligen Religionszugehörigkeit - folgender Liedtext sehr beliebt:
Benedikt XVI.
Der Papst lebt herrlich auf der Welt … tra la la
er lebt von unsrem Ablassgeld … tra la la
er trinkt den allerbesten Wein,
d’rum möcht’ ich auch der Papst mal sein.

Doch nein: er ist ein armer Wicht … tra la la
Ein hübsches Mädchen küßt er nicht … tra la la
Er schläft in seinem Bett allein,
d’rum möcht’ ich auch der Papst nicht sein!

Durchaus möglich, dass in diesem scholastisch codierten Text die tiefere Erklärung für die neueste Botschaft unseres lieben Papstes an die vielen Millionen Afrikanerinnen und Afrikaner zu finden ist. In seiner unendlichen Liebe und unergründlichen Weisheit verkündet Benedikt XVI., dass „Enthaltsamkeit, gepaart mit spirituellem Erwachen und Freundschaft für die Leidenden“ die besten, kirchlich erprobten Rezepte gegen Aids sind – viel besser und vor allem sehr viel gottgefälliger als die teuflischen Machwerke wie etwa Kondome und dergleichen!

Die Afrikanerinnen und Afrikaner werden es dem Heiligen Vater danken.

PS: Bekanntlich wird hinter der Hand immer wieder kolportiert, dass Benedikt zumindest in seinem gütigen Herzen ein heimlicher Pius-Bruder sein soll. Es scheint etwas dran zu sein. Jedenfalls soll Benedikt einen regen und regelmäßigen Gedankenaustausch mit Bischof Williamson pflegen.

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Ein neuer Karikaturenstreit

Sonntag, 8. März 2009 | Autor: peno

Die Berliner CDU hat mal wieder ihre beiden Haudegen Andreas Gram und Michael Braun an die deutsche Kulturfront geschickt. Anlass: Der für seine spitze Feder seit eh und jeh bekannte Karikaturist Rainer Hachfeld hat sich nach Grams und Brauns Meinung mit seinen neuesten Karikaturen nicht nur des Antikohlismus, sondern sogar des Antiamerikanismus1schuldig gemacht. Das wiegt schwer und kann nicht ungestraft bleiben: Gram droht nun damit, den Vorgang bei seinem großen und starken Bruder zu verpetzen:

„Dem Botschafter der Vereinigten Staaten werde ich eine Kopie dieses Schreibens zukommen lassen.“2

Parlamentspräsident Walter Momper ist als Hausherr zuständig für die geplante Ausstellung mit den Hachfeld-Karikaturen. Es ist zu hoffen, dass sich Momper in diesem Karikaturenstreit kompetenter und besser vorbereitet zeigt als seiner Zeit bei der Inauguration des Regierenden Bürgermeisters.

Im dänischen Karikaturenstreit sah alles noch ganz anders aus: Freiheit! So hörte man auch in deutschen Landen all überall. Jedenfalls, so lange es nur um ein paar Muslime und eine dänische Hauspostille ging.
Der Freiheitsdrang bekam aber schon kurz danach einen Dämpfer, als nämlich Klaus Stuttmann in seiner ansonsten preisgekrönten Karikatur den Überwachungswahn eines Wolfgang Schäuble aufs Korn nahm. Hier fühlte sich die SPD-Ministerin Brigitte Zypries aufgerufen, den Innenminister vor nach ihrer und seiner Meinung zu scharfer Kritik zu schützen. Ja, Freiheit, die ich meine und deren Grenzen ich selbst bestimme … notabene

  1. Obama-Karikatur []
  2. Der Tagesspiegel vom 7.3.09 []

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